Philipp Gross (Inhaber von Peter Gross Bau) | Mutmenschen #48

Shownotes

Mit 29 Jahren übernimmt Philipp Gross in vierter Generation Verantwortung im Familienunternehmen – mitten in einer existenziellen Krise. Die deutsche Bauwirtschaft bricht ein, Wettbewerber verschwinden. Auch Peter Gross Bau stand damals mit dem Rücken zur Wand.

Heute blickt Gross auf einen Erfolgsweg zurück. Sein Unternehmen beschäftigt rund 4.000 Mitarbeiter, macht mehr als eine Milliarde Euro Umsatz.

Wie gelingt so eine erfolgreiche Transformation?

In dieser Folge von Mutmenschen sprechen wir über eine Unternehmenskultur, die auf "Machen statt Verwalten" setzt. Und über die Überzeugung, dass Klarheit und Menschlichkeit kein Widerspruch sind.

Philipp Gross erklärt, warum Mitarbeiter Entscheidungen treffen dürfen, ohne vorher drei Unterschriften einzuholen. Warum Fehler dazugehören. Warum er Widerspruch ausdrücklich erwartet. Und warum nach einem Fehltritt nicht automatisch die nächste Richtlinie geschrieben werden darf.

Wir sprechen darüber,

  • warum die schlimmsten Fehler oft dann entstehen, wenn es einem gut geht,
  • warum Klarheit Harmonie schlägt – immer,
  • wie viel Freiheit eine Organisation mit 4.000 Mitarbeitern aushält,
  • warum Vertrauen ohne Risiko nicht zu haben ist,
  • weshalb Geldverdienen die Grundlage unternehmerischen Handelns ist,
  • warum Leistungswille für Philipp Gross etwas zutiefst Positives ist,
  • weshalb Deutschland aus seiner Sicht wieder mehr Macher und weniger Bürokratie braucht,
  • und warum er trotz aller Kritik am Standort sagt: „Die Region ist unsere Heimat – die Heimat wirft man nicht einfach weg.“

Ein mutmachendes Gespräch mit einem Vollblut-Unternehmer, der sonntags mit den Hufen scharrt, weil er sich auf Montag freut.

Transkript anzeigen

00:00:01: Die schlimmsten Fehler macht man, wenn es einem gut geht.

00:00:04: Diesen Satz sagt ein Unternehmer der ziemlich genau weiß wie sich das Gegenteil anfühlt.

00:00:10: Philipp Groß übernimmt mit neunundzwanzig Jahren als vierte Generation die Verantwortung im Familienunternehmen mitten in einer der schwersten Krisen der deutschen Bauwirtschaft.

00:00:20: Peter Großbau gegründet im Jahr eighteenhundertfünfundachtzig steht mit dem Rücken an der Wand.

00:00:26: harte Entscheidungen werden notwendig.

00:00:28: Die Theorie lernt, es braucht eine klare Wachstumsstrategie.

00:00:32: Fokussiere dich auf die Segmenten in denen du eine dominante Marktposition einnehmen kannst.

00:00:38: Aber um solche Entscheidungen zu treffen und konsequent umzusetzen, braucht es Mut – und diesen Mut hatte Philipp Groß!

00:00:46: Heute, zweiunddreißig Jahre später beschäftigt das Unternehmen über viertausend Mitarbeiter und macht mehr als eine Milliarde Euro Umsatz.

00:00:56: Aber genau dieser Erfolg, sagt Groß kann gefährlich werden.

00:01:00: Weil man plötzlich Dinge duldet die man sich in der Krise niemals erlaubt hätte.

00:01:05: Wir sprechen darüber warum Klarheit Harmonie schlägt Warum Verantwortung nicht dort endet wo es unbequem wird Warum Mitarbeiter Entscheidungen treffen sollen statt auf Genehmigungen zu warten Und warum eine gute Fehler Kultur nicht bedeutet für jeden Fehler eine neue Richtlinie zu schreiben.

00:01:23: Das Gespräch macht Lust auf Leistung, Freiheit und Unternehmertum.

00:01:28: Lassen Sie sich ermutigen von einem Mann der von sich sagt Ich scharre Sonntags mit den Hufen Denn ich freue mich Auf Montag Mein Gast bei Mutmenschen Philipp Groß.

00:01:40: Und nun viel Freude Mit der neuen Folge.

00:01:44: Heute bin ich in Sankt Ingbert im Saarland Bei der Firma Peter Großbaum ... mit dem inhaltbar und aktuellen CEO Philipp Groß.

00:01:55: Herzlich willkommen!

00:01:56: Ja Holzer, guten Tag.

00:01:58: Freue mich auf unser Gespräch.

00:02:00: Es gibt hier eine Mitarbeiterzeitschrift.

00:02:01: die hat ganz fett oben drauf ein Titel das heißt Macher.

00:02:05: Macher ist ja auch ein wichtiger Begriff hier im Haus.

00:02:08: was verstehen Sie unter Macher?

00:02:09: Und welche Bedeutung hat der Begriff Macher für Ihr Bauunternehmen?

00:02:15: Bau ist ja... Wir machen eben Gebäude, das heißt wir sind Dienstleister.

00:02:21: Wir bauen... Das sind alles Menschen die mit ihrer Hände die Arbeit machen und die müssen machen!

00:02:28: Und die vielen Probleme lösen, die auf den Baustellen passieren.

00:02:33: und wir sind kein Wissensunternehmen, wir sind keine Intellektuelles Unternehmen sondern wir setzen Dinge um und dazu brauche ich als Mitarbeitermacher.

00:02:45: Jetzt war es kürzlich ja sehr heiß in Deutschland, wir hatten stellenweise vierzig Grad und Baustelle heißt eben auch nicht nur arbeiten sondern auch maloche.

00:02:53: Das heißt in der prallen Sonne zu arbeiten.

00:02:55: da ist nichts mit Homeoffice oder Klimaanlage oder Viertagewoche sondern die Jungs und Mädels rackern da richtig mit Vollgas.

00:03:06: Wie passt das denn diese Machermentalität in den heutigen Zeitgeist?

00:03:10: gefühlt ja die Leute immer weniger arbeiten wollen, vier Tage Woche irgendwie zum neuen Standard werden soll und wenn man es ein bisschen polemisch sagt Bequemlichkeit dieses Landel end.

00:03:24: Die gesellschaftliche Entwicklung ist entgegensetzt von dem was wir tun genauso wie sie sagen dass die leute immer mehr auf sich selbst gucken und sich selbst optimieren.

00:03:35: bei uns Wir haben sehr gerne Mitarbeiter, die früher mal aus der Landwirtschaft kommen oder in der Land Wirtschaft gearbeitet haben.

00:03:42: In Regionen sind eigentlich unsere besten Mitarbeiter weil wenn die Kuh morgens Hunger hat muss sie gefüttert werden.

00:03:47: Da spielt es keine Rolle ob ich jetzt heute Lust habe oder nicht lust habe und ob ich einen dicken Kopf habe.

00:03:52: Und so ist auf der Baustelle auch Wenn wir eine Betonage haben Die müssen eben bis neun Uhr abgeschlossen werden Weil am nächsten Tag die nächsten Schritte erfolgen.

00:04:02: dann wird das gemacht.

00:04:04: Das ist in der DNA der Bauleute drin Und insofern bin ich so aufgewachsen.

00:04:09: Ich kenne es eigentlich nur so und verzweifle an dem zunehmenden Zeitgeist, den ich so in unserer Gesellschaft kommen sehe.

00:04:18: Ihr Unternehmen ist ja Inhaber geführt – geben Sie mal ein kurzes Blitzlicht!

00:04:23: Wie viele Mitarbeiter haben Sie?

00:04:24: Wie viel Umsatz machen Sie aktuell?

00:04:26: Also wir machen dieses letztes Jahr das erste Mal über eine Milliarde Umsatz, haben knapp viertausend Mitarbeiter.

00:04:33: Das Unternehmen ist von meinem Urgroßvater gegründet worden vor über hundertvierzig Jahren.

00:04:38: Und das ganz Besondere, was mir immer wieder bewusst wird, weil ich jetzt auch gerade im Übergang zur nächsten Generation bin – Ich bin in Hundertvierzig Jahren der vierte CEO!

00:04:51: Wenn Sie das mit anderen Firmen vergleichen, ich habe kürzlich von einer Versicherung den CEO gefragt und hier vom großen Stromversorger gesagt haben sie mal eine Liste gemacht.

00:05:02: Wie viele CEOs die schon hatten?

00:05:04: Die kommen wahrscheinlich auf fifty-sechzig in der Zeit wobei die alle beiden noch nicht gegründet waren als unseren Unternehmen gegründe wurde.

00:05:12: Also es steht für Beständigkeit und auch für eine gewisse Gradlinigkeit und keine Hektik.

00:05:20: Sie bezeichnen sich ja immer noch als Mittelstand trotz Milliarde Umsatz, trotz Viertausend Mitarbeitern und die Abgrenzung dazu ist ihr Lieblingswort Konzern.

00:05:29: Was ist denn der wesentliche Unterschied, der sie von einem Konzernen abgrenzt?

00:05:35: Also wir Mittelständler definieren Mittelstand dann wenn die Eigentümer noch operativen Einfluss aufs Geschäft haben Und das ist eigentlich von der Größe unabhängig.

00:05:45: Ich kenne auch Unternehmen, die haben fünfzehn- zwanzigtausend Mitarbeiter.

00:05:49: Wenn die ein Eigentümer im Unternehmen drin sind, ist es einen ganz anderen Geist als wenn es fremde Manager sind.

00:05:57: Sie waren ja recht jung, ich meine Ende zwanziger als sie hier ins Unternehmen sind und die vierte Generation sozusagen da so Ruder übernommen hat.

00:06:06: ... gekommen sind, der war ja alles andere als rosig.

00:06:14: Sie haben ja in einer Krise die Verantwortung übernommen.

00:06:18: Was war denn damals los und wie war das für sie?

00:06:21: Als sie in das Unternehmen eingestiegen sind.

00:06:24: Also ich bin aus dem Jahr fourneinzig ins Unternehmen gekommen, bin seit ... ... neunzehntundachfünfundneinzig Geschäftsführer geworden mit neunzwanzig.

00:06:31: Damals zu meinem Vater, der mich da eingesetzt hat gesagt, pass auf!

00:06:34: Ich fühle mich noch ein bisschen jung Nader gesagt, Führung ist keine Frage des Alters sondern des Charakters.

00:06:39: Und wenn du es jetzt nicht kannst, kannst du's nie?

00:06:42: Damit war das Thema auch ausdiskutiert.

00:06:46: und dann war der Wiederaufbau Ost, ist das Geld dann ausgegangen und die Bauwirtschaft hat sich innerhalb von zehn Jahren halbiert.

00:06:54: Von ehemals eins Komma vier Millionen Arbeitnehmer am Bau, nineteen Vier neunzig auf siebenhundert tausend Anfang der zweitausender Jahre Und das hat zu einer Insolvenzwelle ohne Gleichen geführt.

00:07:08: Von den fünfzehn größten Baufirmen zur damaligen Zeit, ich habe mir mal eine Tabelle noch einmal angeguckt, sind zwölf entweder in die Insolvens gegangen oder sind aufgekauft worden meistens von ausländischen Konzernen.

00:07:22: Diese Entwicklung ging auch bei uns nicht vorbei.

00:07:25: Wir standen beim Rücken an der Wand und nachdem ich verstanden habe, dass wir uns bewegen müssen.

00:07:33: Und dass es eben nicht wieder besser wird sondern das es anders wird haben wir eine Strategie entwickelt die uns bis heute trägt und im Nachhinein bin ich froh und dankbar an dieser Krise dass ich im Unternehmen war.

00:07:52: Das hat nämlich dazu geführt, wichtig von unwichtig zu trennen, Entscheidungen zu treffen unabhängig von persönlichen Präferenzen sondern die Not war eben so groß das man die Dinge gemacht hat.

00:08:04: und ich habe heute noch Mitarbeiter mein jetziger Betriebsratsvorsitzender der kommt noch alt und sagt ah Herr Groß wissen sie noch damals als wir Krise hatten?

00:08:12: Das war eigentlich eine gute Zeit da sind wir auch zusammen gewachsen.

00:08:16: Die Krise heißt ja, man kann sich bestimmte Dinge einfach nicht mehr gönnen oder erlauben.

00:08:20: Das sieht man ja heute auch in Unternehmen teilweise wo Dinge einfach zugelassen werden die alles andere als Spitzenleistung sind einfach mittelmaß.

00:08:29: aber man kann es sich eben leisten weil die Zahlen vielleicht stimmen andersrum wenn man in der Krise ist kann man sich eben nicht mehr alles leisten.

00:08:36: was war denn die radikalste Entscheidung oder eine der Radikalsten damals als sie diese Strategie entwickelt haben?

00:08:43: Also Krise bedeutet Prioritäten setzen wenn man sich eben nicht mal alles leisten kann.

00:08:47: Wir haben dann Prioritäten gesetzt, wir haben mal definiert oder herausgefunden in welchen Bereichen sind wir erfolgreich?

00:08:55: In welchen Bereichen sind wir nicht erfolgreich?

00:08:57: Es ist ja nicht so dass man in allen Bereichen nicht erfolgreich ist und da hat man festgestellt das wir überall wo wir nicht zu den ersten drei vier im relevantem Markt gehören eigentlich nicht erfolgreich waren.

00:09:12: Wir haben schlechteres Personal bekommen.

00:09:13: Wir haben schlechte Aufträge bekommen, wir kannten die Kunden nicht und haben dann aus der Not geboren eben nicht mehr gesagt, wir versuchen zum vierten-fünften Mal uns zu verbessern sondern wir haben dann uns aus diesen Märkten zurückgezogen.

00:09:29: Und hat schon Jack Welch die Ikone der Führung gesagt Fix it sell it or close it.

00:09:37: Fickset ist uns nicht gelungen, Sellet ist uns auch nicht gelogen und deswegen haben wir dann auf Close-it gegangen.

00:09:45: Wenn man so drüber nachdenkt total offensichtlich wird schon Lust bei Platz fünfzehn zu arbeiten.

00:09:51: da kann man vieles sein nur nicht stolz drauf.

00:09:55: Auf der anderen Seite wenn ich jetzt mal auf ihre Unternehmenswerte gucke die lauten ja zielorientiert verändert und menschlich.

00:10:03: Und gerade wenn man menschlich hört, könnte man ja sagen ist du es doch auch menschlig.

00:10:07: Nicht jeder kann ja Nummer eins sein und ich sage mal dabei sein ist alles und man gibt sich ja auch Mühe.

00:10:15: Aber so ist dieser Wert menschlicher sicher nicht gemeint, wenn ich sie jetzt so sprechen höre was verstehen Sie denn unter diesem Wert menschlich?

00:10:23: Dass ich respektvoll wertschätzen mit den Menschen umgehe aber trotzdem konsequent bin.

00:10:28: Ich habe ja nicht nur die Fürsorgepflicht für die Mitarbeiter die mir vielleicht nicht helfen, sondern ich habe ja auch die Fürsorgepflicht für den anderen großen Teil der Mitarbeiter mit denen ich eben auf die andere Uferseite kommen möchte.

00:10:46: Und dann gibt es harte Entscheidungen.

00:10:49: Ich war damals Anfang dreißig und wir haben ungefähr die Hälfte der Mitarbeiter abgebaut.

00:10:54: Ich habe dann mit allen Mitarbeitern persönlich gesprochen natürlich im Rahmen von Betriebsversammlungen, von Treffen, von Gruppensitzungen von Einzelgesprächen und habe ihn das erläutert und geschildert.

00:11:09: Das ist mir damals schon sehr schwer gefallen.

00:11:12: Machen Sie es mal genauer, ändern Sie sich noch wie sie sich da gefühlt haben?

00:11:14: Ich meine, das ist ja jetzt keine schlechte Botschaft.

00:11:17: der Baum wächst über ein Zaun!

00:11:19: Ich schneide den jetzt ab sondern dann geht's hier wirklich um Familien die da auch hinten dranhängen, das Haushaltseinkommen.

00:11:26: Das ist ja sicherlich alles andere als ein Spaß.

00:11:28: Wie ging es Ihnen damit?

00:11:29: und vor allen Dingen?

00:11:30: Wo haben Sie den Mut hergenommen dann diese sich dieser Situation auch zu stellen?

00:11:33: Sie hätten ja auch einen Personalchef oder an Anwalt vorschicken können.

00:11:39: Zu meiner DNA gehört dazu dass alle Entscheidungen insbesondere die unangenehme Entscheidung, die ich treffe dann auch persönlich umsetze und nicht weiter delegieren anderen Menschen.

00:11:50: Ich habe mir damals angewöhnt meine Emotionen zu trennen von meiner Ratio.

00:11:55: Ich habe mir erst überlegt, was ist richtig um das Unternehmen zu halten wieder erfolgreich zu machen und hab dann die Überlegungen abgeschlossen, haben ja auch einen Plan gemacht.

00:12:08: und in der zweiten Phase habe ich mir dann überlegt wie setzt sich das um?

00:12:12: Die große Gefahr ist ja wenn man mit zu viel Emotion an rationale Entscheidungen geht dass man nicht weiß, was es jetzt oben, was unten.

00:12:21: Dass die rationale Entscheidung richtig war, zeigt ja unser Erfolg jetzt.

00:12:24: Es gab keine Alternative dazu.

00:12:26: Alle Firmen, die es anders probiert haben sind vom Markt verschwunden.

00:12:29: Wie gesagt, siebenhunderttausend Mitarbeiter sind in der Baubranche verloren gegangen und wir sind mit einigen Schrammen- und Pläsoren ganz knapp über der Eiskante mit dem Hintern drüber gerutscht und haben's dann doch geschafft.

00:12:42: Jetzt sind Sie irgendwie wieder in besserem Fahrwasser.

00:12:46: Das ist die große Gefahr, auf die ich immer hinweise.

00:12:49: Die schlimmsten Fehler macht man wenn es einem gut geht?

00:12:52: Ist so weil man viele Dinge eben zulässt, die man unter Feuer nicht zulassen würde und das ist ja meistens auch so dass man zu lässt.

00:12:59: Es sind ja nicht die Mitarbeiter oder sonst wäre sondern vor allen Dingen die Führungsspitze die die Dinge sieht wahrnimmt aber dann eben auch nicht interveniert.

00:13:08: Sie haben ja Führungsprinzipien definiert, die wir gemeinsam auf einem Kickoff mit ihrer obersten Führungscrew geteilt haben.

00:13:17: Einer davon lautet ja auch Verantwortung endet nicht dort wo es unbequem ist.

00:13:23: aber wie überwinden sie sich selber gerade bei den Themen die Unbequemen sind?

00:13:29: Situationen damals, wo sie wissen klar das ist Teil ihrer DNA.

00:13:32: Sie haben sich angewöhnt Emotionen von Ratio zu trennen aber trotzdem vor so eine Mannschaft zu gehen solche Nachrichten zu verkünden.

00:13:38: da steckt ja auch ne Wahnsinns-Emotion in so einem Saal drin.

00:13:41: die Leute werden vielleicht auch laut vielleicht auch wütend Vielleicht auch aggressiv.

00:13:46: Das ist ja nicht so dass man sich auf den Termin freut.

00:13:49: Woher nehmen sie dann für sich Den Impuls oder was machen sie um Dann das auszusprechen was auszusprechend ist?

00:13:59: So wie mein Vater das gesagt hat, es ist eine Charakterfrage.

00:14:05: Man muss da schon eine gewisse Härte entwickeln.

00:14:10: Ich habe auch dann im Laufe der Zeit von Freunden und auch Freunden meiner Eltern gehört so nach zehn, fünfzehn Jahre du bist ganz schön hart geworden.

00:14:20: also das färbt auch ab auf die grundsätzliche Einstellung zu vielen Themen.

00:14:27: jetzt haben wir am Bau Die Spezialität, das Bau immer schon sehr volatil war.

00:14:32: Es ging aufwärts und abwärz.

00:14:34: Wir haben auch mit den Betriebsräten in schlechten Zeiten eine sehr gute Beziehung gehabt.

00:14:41: Und es war immer klar dass wir eine Notgemeinschaft sind.

00:14:44: So hat das der Betriebsrat auch immer gesehen, so hat das schlussendlich auch die Gewerkschafts gesehen.

00:14:49: Das heißt man hat immer... ich habe das nie alleine gemacht, dass plötzlich aus dem Gebüsch kam und dann gesagt habe jetzt müssen wir zwanzig Leute in der Abteilung abbauen sondern das muss man kommunikativ vorbereiten.

00:15:02: Ich hab das immer im Vorab mit den Betriebesräten besprochen Die auch widersprochen haben oder gesagt versucht haben alternativen aufzuzeigen.

00:15:11: aber es war immer Es war immer eine logische Konsequenz.

00:15:18: Ich habe es auch immer erklärt, insofern gab's solche Veranstaltungen wie man manchmal im Fernsehen sieht das die Leute wütend wurden dass sie leute irgendwie aggressiv worden.

00:15:29: das hab ich persönlich nie erlebt sondern der mir mal gesagt ist es schlecht ganz schlecht für mich.

00:15:34: aber ich kanns verstehen.

00:15:37: Das waren die Reaktionen der Leute?

00:15:39: Ja Also es ist nicht nur der Moment sondern auch die Frage was mein vorher alles gesät hat

00:15:44: Genau, also das funktioniert natürlich nur und dann hilft es wenn man lange im Unternehmen ist mit einer persönlichen Glaubwürdigkeit.

00:15:51: Dass die Leute jetzt nicht das Gefühl haben ich mache dass das Jus und Dollerei oder jetzt kommt ein neuer Manager der hat jetzt irgendwas gelernt MBA in Harvard gemacht da heißt es drei Prozent aller Mitarbeiter raus sondern die haben dann schon gesehen dass wir ich mich die Familie bemühen und alles dafür geben dass dem Unternehmen besser geht Und das muss man auch zeigen.

00:16:15: Ich erinnere mich noch sehr gut, mein damaliges Auto, was ich in der Zeit hatte, hatte dreieinhalbfünfzigtausend Kilometer.

00:16:21: Das von meinem Geschäftsführer-Kollegen hatte viernhalbfünftigtausende Kilometer den hat man immer schon von zwei Kilometern gehört weil er so gequetscht hat.

00:16:29: und als es ein bisschen besser ging kam dann der Betriebsratsvorsitzenden und hat gesagt pass auf Herr Groß wir haben hier eine Betriebesratssitzung gehabt.

00:16:36: Wir würden sie bitten sich zwei neue Autos zu kaufen.

00:16:38: wir schämen uns für Sie.

00:16:41: Ja, die wollen halt stolz sein auf das Unternehmen.

00:16:44: Auf jeden Fall!

00:16:45: Aber da sieht man ja auch, dass dieses Klassenkämpferische ... Das war nie das Thema.

00:16:50: es ging immer um die Sache und deswegen ist ja auch dieses Adjektiv was wir für meine Firma gemeinsam mit den anderen ausgesucht haben zielorientiert.

00:17:00: Es gingen immer ums Ziel, es ging um das Ziel das Unternehmen zu halten die möglichst viele Arbeitsplätze zu halten und dann später auch gemeinsam das Unternehmen weiterzuentwickeln.

00:17:11: Das ist immer das Thema!

00:17:12: Und wenn Sie das glaubwürdig verkaufen können, was heißt verkaufen?

00:17:16: Wenn Sie es glaubwürdig erzählen können und vorleben können... Dann haben sie eine große Glaubwürdigkeit, da glauben Ihnen die Leute das auch.

00:17:23: Ich habe nie ein Glaubwirklichkeitsproblem in der Firma gehabt.

00:17:26: Ich denke, Verkaufen ist schon der richtige Gegriff.

00:17:28: Wenn Verkauf bedeutet, meinem Gegenüber dabei zu helfen eine Entscheidung zu treffen und gerade mit dem Betriebsrat ist es ja so dass man gemeinsam auch Entscheidungen treffen muss und das Ziel kann ja nur gemeinsam sein das Unternehmen so erfolgreich wie möglich zu machen weil je, ich sage mal, Vitaler die Kuh ist das Unternehmen desto mehr kann der Betriebesrat sie auch merken und gute Benefits für die Mannschaft rausholen.

00:17:49: also insofern ist er der Erfolg Das Ziel, das A und O. Und ich komme noch mal zurück zu dem was die vorhin gesagt haben dass Leute ihnen gespiegelt haben Boah du bist aber ganz schön hart geworden.

00:18:01: Wenn wir das Beispiel mit einem Betriebsrat nehmen ist ja immer die Frage wie gut es die Beziehung auch zwischen Betriebesrat und Unternehmer seid.

00:18:07: wenn die Beziehen gut ist dann kann man auch zielorientiert klar in der Sache sprechen.

00:18:11: Jetzt kommt auf der anderen Seite der Vorwurf.

00:18:13: Du bist aber sehr hart geworden.

00:18:15: Was steckt denn hinter diesem latenter Vorwurf?

00:18:19: Das war ja kein Kompliment sicherlich.

00:18:21: Was steckte denn dahinter diese Härte, die Ihnen da an den Kopf geworfen wurde?

00:18:28: eines unserer Führungsprinzipien.

00:18:29: Klarheit und Wahrheit, also man drückt sich eben unmissverständlich aus weil ich natürlich auch erfahren habe das andeuten und hoffen dass der andere versteht was man meint.

00:18:39: hint in hope nennt man das, dass es eben nicht funktioniert.

00:18:43: und wenn sie das im Unternehmen machen Sie sprechen die Dinge klar an, Sie erwarten auch ein klares Feedback?

00:18:48: Das ist auch ganz klar.

00:18:50: dann kommen sie nicht nach Hause und fangen an rumzuschwurbeln sondern da sagen sie immer auch genau was ihnen passt was ihnen nicht passt mit wem sie ihre Zeit verbringen wollen, mit wem Sie Ihre Zeit nicht verbringen.

00:19:01: Das ist bei Leuten die in anderen Branchen sind das schon anders.

00:19:07: und was dann die Konsequenz ist dass viele meiner persönlichen Freunde auch Unternehmer sind weil wir natürlich alle ähnlich denken eine ähnliche Sprache haben und auch ein Konflikt grundsätzlich als bereichernd empfinden.

00:19:23: Churchill hat gesagt wenn zwei Männer die gleiche Meinung haben es einer zu viel.

00:19:27: Das gehört zum Beispiel auch für mich dazu, dass auch der andere, wenn es natürlich immer... Es muss ja auch nur eine gute Meinung sein.

00:19:36: Aber wenn einer eine andere Meinung hat finde ich eigentlich immer bereichernd.

00:19:40: Wir sind von Klarheit und Wahrheit gesprochen.

00:19:43: Klarheit ist ja von Ihnen das was gesendet wird.

00:19:46: Es wird denke ich häufig in der heutigen Zeit missverstanden als Härte.

00:19:52: Und zwar als eine Härte gegenüber den Menschen.

00:19:54: Dabei ist es ja eine Härte, eine Klarheit in der Sache.

00:19:58: Nur kann es sein dass wir vielleicht zu dünn-häutig geworden sind in der heutigen Zeit?

00:20:02: Dass viele Menschen Worte auf die Goldwaage legen.

00:20:06: ich sag mal auch immer hören wollen also andersrum hören was man eben auch hören will.

00:20:12: und wenn man sage ich mal selber vielleicht auch nicht der stärkste Charakter isst mental vielleicht auch ein bisschen labil oder dass Selbstbewusstsein nicht so stark ausgeprägt ist, also ich nenn's mal ein bisschen scharfzüngig auch Charakterschwächen vorliegen.

00:20:25: Dass man die eigene Schwäche dann nimmt und umdreht und ihnen daraus einen Vorwurf macht das ist aber sehr hart.

00:20:31: dabei war es eigentlich nur hart in der Sache Aber der Empfänger macht daraus eine persönliche Härte.

00:20:37: Und wir jetzt in einem Zeitalterleben der Überempartisierung wo diese Klarheit in der sache immer mehr verteufelt wird in den Unternehmen und der Weispüler sich immer mehr ausbreitet.

00:20:46: Stimmen Sie dieser These zu?

00:20:47: oder wie sehen sie da den Zeitgeist versus Ihrem Streben nach Klarheit und Wahrheit?

00:20:53: Sind Sie in Exot, oder nimmt der Zeitgeister die mit offenen Armen in Empfang?

00:20:59: Es ist genauso wie Sie sagen.

00:21:00: Die Leute werden immer empfindlicher, die Zündschnürer werden kürzer.

00:21:03: also das die Erregungszeitraum wird immer kürzere.

00:21:08: Und was mir auch aufgefallen ist dass die leute selbst zum Teil auch ihre eigene Wahrheit ohne die Empathie auch formulieren, umgekehrt aber sehr empfindlich sind wenn der andere das Gleiche macht.

00:21:27: Was dazu führt dass sie Leute sagen mit dem rede ich einfach nicht mehr.

00:21:30: also das kommt immer öfters vor dass die leute ich will jetzt sagen unverschämt sind fordern und wenn umgekehrt gefordert werden, sagen wir also das kann ja jeder kommen.

00:21:41: Das ist so eine Diskrepanz die durch den Zeitgeist ganz stark gefördert wird.

00:21:47: Jetzt wachsen sie sehr stark und sie fossieren das ja indem sie nicht nur organisch wachsen sondern einer ihrer strategischen Stoßrichtungen sind ja auch Unternehmenskäufe gewesen und nach wie vor.

00:21:58: Also sie kaufen entweder insolvente Unternehmen oder, was ja im Mittelstand leider Gottes sehr häufig der Fall ist.

00:22:05: Wenn ein Unternehmen keinen Nachfolger findet dann sind Sie die Lösung.

00:22:09: also vom Mittelständler kommt man eben in den großen Mittelständlern und es wird fortgeführt.

00:22:16: Da kaufen sie ja auch viele, ich sag mal Fremdkulturen ein Unternehmen die eine Historie haben.

00:22:21: Die vielleicht andere Werte hatten wo auch andere Gewohnheiten verhaltensweisen sind.

00:22:26: wie sorgen Sie denn dafür wenn sie Unternehmen kaufen?

00:22:29: Dafür dass die schnell den Peter Großbau Geist nicht nur kognitiv verstehen die drei Werte sage ich mal buchstabieren können sondern auch leben?

00:22:41: Das ist eine Frage, die uns natürlich immer beschäftigt.

00:22:44: Bei Insolventenfirmen ist es so, dass sie als weißer Ritter kommen – die Leute sind sehr dankbar und nehmen neue Impulse auf.

00:22:52: Häufig vermissen Sie die letzten zehn, fünfzehn Jahre Impulse.

00:22:57: D.h.,

00:22:58: dort ist ein Change relativ einfach umzusetzen bei Firmen, die auch ebenfalls stolze Tradition haben die eine eigene Unternehmenskultur haben, die zuweilen auch sehr stark ist.

00:23:15: Es ist deutlich schwieriger da müssen sie das Vertrauen der Leute bekommen.

00:23:21: Das

00:23:22: funktioniert, indem Sie etwas langsamer des Unternehmens integrieren als zum Beispiel bei Uninsoventenfirmen.

00:23:30: Indem Sie erstmal beobachten mit den Leuten ins Gespräch gehen die Leute abholen dann langsam die Leute integriern bei Veranstaltungen im Gesamtunternehmen und dann so einen Vertrauen geben.

00:23:44: das ist auch ganz wichtig.

00:23:45: häufig haben sie kein großes Vertrauen an ein dritten Und in die Position müssen sie reinkommen und das ist die große Kunst.

00:23:53: Wenn Sie das können, können Sie Firmen integrieren und wenn Sie es nicht können dann scheitert das Ganze.

00:23:57: Gibt's ja genügend Beispiele bei den ganz großen Firmen wo Mergers of Equals und wie alle im Eisen nicht funktioniert haben genau aus dem Grund?

00:24:07: Sie kaufen ja teilweise auch Aus heutiger Sicht Peter Großbaum natürlich kleine Unternehmen, aber in absoluter Sichtweise im Vergleich zu anderen mittelständischen Unternehmen recht große Mittelständler.

00:24:18: Also so dreihundert Mann-Betriebe gehören ja teilweise auch dazu.

00:24:21: Das ist ja nicht so ohne wie kriegt man denn dreihundert Mann Dazu zu sagen okay wir haben zwar eine eigene Identität gehabt mit einer eigenen Marke Aber jetzt sind wir Teil eines größeren Organismus und da tickt das vielleicht auch völlig anders als vorher.

00:24:37: oder matchen sie vorher schon die Kultur und prüfen, wie die Leute dort ticken, wie geführt wurde.

00:24:43: Oder ist das kein Entscheidungskriterium?

00:24:45: Und Sie sagen wir kriegen die schon akklimatisiert aber wie machen sich es dann mit diesen drei hundert dass die auch sage ich mal diese drei Werte zum Beispiel akzeptieren und auch als erstrebenswert halten.

00:24:56: also die Bauleute sind natürlich grundsätzlich schon relativ ähnlich d.h.

00:25:01: Wir haben eine Macherkultur.

00:25:04: Die ist bei uns besonders ausgeprägt, aber schlussendlich ist der Bau natürlich eine Macherbranche.

00:25:09: Wenn sie auf der Baustelle sind und der Polier muss eine Entscheidung treffen, dann muss er die treffen – egal ob es bei uns oder bei anderen Firmen!

00:25:17: Also wir delegieren Verantwortung schon sehr stark.

00:25:20: Insofern ist das anders wie in anderen Branchen, die sehr zentral gesteuert sind und wo dann die zentrale Entsteuerungseinheit plötzlich rüberwandert?

00:25:32: Erlebe Situation in den Unternehmen, wo Mitarbeiter gern einen zweiten Monitor hätten und sich nicht trauen denen zu bestellen für ... ... hundred-achtzig Euro.

00:25:40: Und überlegen wen muss ich um Erlaubnis fragen?

00:25:42: Weil sie Sorge haben dass die Ärger kriegen wenn sie es einfach machen.

00:25:45: Also da ist keine Macherkultur!

00:25:47: Wie sieht das denn bei Ihnen aus?

00:25:48: Geben Sie mir mal ein Beispiel woran machen Sie fest, dass Sie eine Macher Kultur haben und nicht dass das nur ein schöner Titel ist auf der Mitarbeiterzeitschrift?

00:25:57: Ich mache mal ein Beispiel, wenn wir eine Baustelle haben und es muss die Flex geht kaputt.

00:26:03: Es muss Rohr abgeschnitten werden.

00:26:05: Es warten zehn Mitarbeiter vor Ort, können nicht arbeiten.

00:26:08: Da muss der Polier auf die andere Straßenseite zum Supermarkt gehen, einen kaufen das Rohr abschneiden damit sie weiterarbeiten können.

00:26:15: Und dann ist der Anspruch an meine Organisation dass er auch das Geld dafür kriegt und dass er keine Vorwürfe kriegt.

00:26:21: Er hat nicht drei Angebote angefragt.

00:26:23: Der hat die Beschaffungsstruktur umgangen.

00:26:27: Das müssen sie den Leuten sagen, da müssen die Leute ermundern und dann müssen sie auch dafür sorgen dass es nachher so kommt.

00:26:33: Also es sind immer eins in der Beispiele wo Sie das Thema vorleben können.

00:26:39: Das Gleiche ist wenn einer zu mir kommt Kann ich mir ein Bildschirm für hundert und acht Euro kaufen oder sonst irgendwas?

00:26:46: Dann sag' ich ganz klar, das ist nicht meine Entscheidung.

00:26:49: Das müssen die Leute vor Ort entscheiden, das müssen sie entscheiden.

00:26:53: Ich kann nicht erwarten dass jemand eine Entscheidung trifft auf der Baustelle, die vielleicht einen Impact hat von fünfzigtausend Euro Und dann sagen wenn du drei Bleistifte bestellst in drei verschiedenen Farben, dann musst du mich fragen.

00:27:05: Das muss man Leuten klar machen.

00:27:07: und da gibt's bei uns auch keine Einkaufsrichtlinie, sondern das wird dezentral entschieden und dann ist mal eine IT-Abteilung.

00:27:17: In dem Fall ist so stark wenn jetzt einer ganz exorbitante Wünsche hat, dann greifen die dann schon ein.

00:27:24: Wenn es zum Konflikt kommt geht's zum Vorgesetzten kann auch sein dass es zu mir kommt aber das wird ganz niederschwellig wird das organisiert und umgesetzt.

00:27:35: Das führt auch zur Ungleichheit im Unternehmen gibt natürlich Unternehmen, die sind an der einen und anderen Stelle besser oder schlechter ausgerüstet.

00:27:45: Das gibt dann wieder Gerechtigkeitsfragen, das ist die Kehrseite der Medaille, die muss man dann ertragen.

00:27:49: Und das kriegt man auch wieder mit Kommunikation

00:27:51: hin.".

00:27:52: In Ihren drei Werten finde ich war bald überall noch ein anderer Wert mit, nämlich das Thema Freiheit – das erlebe ich ja auch in unserer Zusammenarbeit, dass Ihnen das unglaublich wichtig ist.

00:28:03: Ich denke, man kann auch sagen sie kämpfen wie ein Berserker dafür diese Freiheit hochzuhalten die man ja zum Beispiel hat wenn man Unternehmen neu gründet.

00:28:11: Also wenn man jetzt einen Start-up gründelt man ist zu fünf, zu zehn von mir ist auch dreiundzwanzig Leute.

00:28:17: alles läuft auf einem kurzen Dienstweg Man sitzt auf einer Ebene im Flur da läuft viel Freiheit.

00:28:23: Die Leute sollen entscheiden weil man so schnell unterwegs ist.

00:28:25: man kann alles gar nicht irgendwie zentralisieren.

00:28:28: Jetzt sind Sie ja gewachsen auf über viertausend Leute.

00:28:31: Das ist ja gigantisch groß, nicht nur an einem Standort sondern auch quer durch die Republik verteilt.

00:28:35: das heißt also sie können gar nicht mehr überall sein.

00:28:38: Manche erkennen ihr Gesicht vielleicht auch gar nicht und wissen gar nicht wer der Chef ist oder sowas in Sankt Ingbert.

00:28:43: irgendwie weil es weit weg ist keine Ahnung.

00:28:45: Auf jeden Fall haben Sie so viele unterschiedliche Menschen Wie sorgen Sie denn dafür dass dieser Geist der Freiheit hochgehalten wird, weil auf der anderen Seite wenn es so viele Menschen sind schreit das ja auch immer nach einer gewissen Mindestmaß an Struktur damit nicht alles im Chaos ist.

00:29:01: Weil man kann jetzt nicht mehr alles auf dem Dienstweg kurz machen und man will ja auch eine gleichbleibende wiederholbare Qualität sicherstellen dass also Fehler nicht nochmal gemacht werden.

00:29:11: Also wie kriegen sie diesen Spagat hin?

00:29:13: Auf der anderen seite die notwendige Struktur und Einheitlichkeit hinzukriegen ich sag mal prozesstreue zum Beispiel oder auf der andern seite trotzdem diese Freiheit immer wieder in die Köpfe und Herzen zu bringen.

00:29:25: Und die Menschen auch dafür zu begeistern, dass es sich lohnt, in die Freiheit zu gehen.

00:29:32: Indem wir zum Beispiel eine offene Fehlerkultur haben – das ist mir ganz wichtig!

00:29:38: Sie müssen den Leuten den Mut geben, auch Fehler machen zu können.

00:29:43: Das

00:29:43: kriegt man dahin, indem man zum einen die Leute ermundet, zu handeln, auch wenn's fehlerbehaftet sein könnte.

00:29:53: Ich erzähle selber auf von Fehlern vor mir Ich erzähle den Leuten auch immer, wenn ein Fehler passiert.

00:29:58: Das Einzige was mich interessiert ist, wie stellen wir ihn ab?

00:30:01: Wie können wir verhindern das nochmal

00:30:03: passiert?".

00:30:03: Die Schuldfrage spielt für mich in der Regel keine Rolle.

00:30:07: Sag ich mal die Schuldfrage klären wir an der Weihnachtsfeier und es müssen sie vorleben!

00:30:12: Und ich selber als Berufsanfänger.

00:30:18: Mein erster Chef damals war ich bei Philipp Holzmann, dem damals größten Baukonzern gewesen.

00:30:23: Der hat mir gesagt der Groß je früher sie ein Fehler machen umso mehr Zeit haben Sie ihn zu korrigieren.

00:30:29: Das ist mir unheimlich geblieben als Merksatz.

00:30:32: Wir sind darauf angewiesen, dass die Leute von sich aus selbstkritisch sind und sagen, pass auf das ist schief gegangen wir müssen was anderes machen.

00:30:39: Das Schlimmste ist wenn ein Fehler passiert es wird einen Kanalrohr verlegt zehn Meter tief.

00:30:44: es werden zugeschüttet weil einer nichts gesagt hat.

00:30:47: den Schaden sofort zu beseitigen hätte fünfhundert Euro gekostet.

00:30:50: den Schadens später zur Beseitigung kostet drei Tausend Euro.

00:30:53: Das müssen Sie vorleben, das müssen sie als Anspruch an die Leute formulieren.

00:31:00: Und also Fehlerkultur ist bei uns ganz wichtig.

00:31:03: Wie sieht es bei Ihnen aus?

00:31:03: Was war ein Fehler der letzten Zeit, der Ihnen unangenehm war oder so groß war, dass Sie sich daran erinnern?

00:31:12: In meiner Funktion sind es im Wesentlichen Fehler in der Personalführung, indem man den falschen Leuten vertraut hat dass die Kehrseite der Medaille, der Vertrauenskultur das man eben auch Fehler macht.

00:31:30: Ich lasse mich davon aber nicht abbringen weil ich mir immer sage... Das wenn man den Leuten Vertrauen schenkt ist der Nutzen größer als die Leute des Vertrauen ausnutzen oder dem Vertrauen nicht gerecht werden.

00:31:45: Wenn der Fehler dann passiert Und das Vertrauen eben nicht, man hat es nicht zurückbekommen.

00:31:50: Denkt man wie schrecklich wir halt das passieren können hätte besser aufpassen müssen.

00:31:54: Hätte es regeln müssen da kommen sofort die Rufe Wir müssen Richtlinien aufschreiben dass das und das nicht mehr passieren darf und Da wäre ich mich dann eben dagegen weil wenn wir das machen Dann werden wir irgendwann wieder zum Konzern wo alles aufgeschrieben ist.

00:32:08: und das will Ich Nicht

00:32:10: Menschen verwechseln auch schnell, so ging es mir früher.

00:32:13: auch Vertrauen mit Sicherheit.

00:32:16: Aber wenn Sicherheit im Sinne einer Gewissheit gäbe dann muss ich ja nicht vertrauen.

00:32:20: Vertrauen muss sich nur, wenn es ungewiss ist.

00:32:23: das heißt also Vertrauen bedeutet nicht dass alles sicher durchläuft sondern Vertrauen bedeutet die Bereitschaft ein Risiko einzugehen möglicherweise vielleicht enttäuscht oder verletzt zu werden.

00:32:36: Ich kann Ihnen ein Beispiel machen.

00:32:37: Wir haben jetzt einen Mitarbeiter, der sich um die Einführung und Implementierung von KI kümmert eingestellt.

00:32:44: Ich habe die Notwendigkeit erkannt, habe einen jungen Mann identifiziert, eingestellt und bei unserem ersten Gespräch hat er gesagt, der Große was soll ich machen?

00:32:52: Ich habe keine Ahnung.

00:32:53: Ich hab keine Ahnung von KI!

00:32:54: Ich kann ihnen nicht sagen, was sie machen sollen sondern in meiner Welt haben Sie jetzt eine halbe oder dreiviertel Jahre Zeit können sie machen etwas wollen und dann unterhalte ich mich erst mit Ihnen.

00:33:03: Dann kennen Sie unsere Unternehmen.

00:33:05: Sie haben keine Ahnung von unserem Unternehmen, ich habe keine Ahnung vom KI und dann kann ich mit Ihnen überhaupt erstmal qualifiziert sprechen.

00:33:12: Und das hat ihn zunächst da er auch von einem Konzern kam etwas verwundert.

00:33:19: und heute ist ein Freigeist der sehr kreativ ist und sehr viele Dinge entscheidet und mit dem mich auch an der einen oder anderen Stelle eine harte Diskussion gehe was ich aber positiv finde.

00:33:31: Das ist nämlich auch ein weiteres Merkmal für uns.

00:33:34: Ich bin ein großer Fan von Widerspruchskultur.

00:33:38: Es ist auch ein Unterschied zum Konzern oder gar zur Politik, dort gilt das als illojal.

00:33:43: Ich erwarte von meinen Mitarbeitern dass wenn sie eine andere Meinung haben das ganz klar sagen.

00:33:48: Wenn sich Menschen streiten oder man bedeutet ja auch wenn man anderer Meinung ist dass man auch widerspricht oder ich sag es jetzt mal emotionaler dass einem ans Bein gepinkelt wird.

00:34:00: Das nehmen viele Menschen heutzutage ja auch krumm.

00:34:04: Also wenn jemand streitet hinterfragt, anderer Meinung ist.

00:34:07: Wird andersherum in der Vorwurf gemacht?

00:34:09: Ich mag dich nicht mehr!

00:34:10: Ich will nichts mehr mit dir zu tun

00:34:11: haben.".

00:34:12: Das heißt also wenn Sie einen Umfeld haben was ich sage mal unbequem ist, inhaltlich un bequem daraus stricken sie keinen persönlichen Strick den Sie den Leuten umhaltsen sondern an der Sympathie?

00:34:24: ändert das für Sie nichts?

00:34:27: Überhaupt nicht.

00:34:28: und deswegen beschäftigen wir uns jetzt im Moment auch mit Unternehmenskultur, mit Führungskultur weil genau diese Werte, Fehlerkultur, Widerspruchskultur, Verantwortungs-Kultur, Machatum das sind Eigenschaften die wir in der ganzen Gruppe haben wollen.

00:34:44: Und das müssen sie schon klar kommunizieren und mit den Leuten auch abstimmen und dann kommen gar keine Leute mehr die anders sind zu uns!

00:34:54: Wenn Sie zu uns kommen bleiben Sie nicht lange, weil Sie mit der Kultur nicht klarkommen.

00:34:58: also das ist so ein selbstbefruchtendes System.

00:35:02: aufrecht zu erhalten ist ganz wichtig und wir haben schon einige Leute sind zu uns gekommen, die waren dreißig Jahre im Konzern.

00:35:10: Und nach einem halben Jahr verzweifeln sie und sagen ich kann ja nicht arbeiten weil hier ist alles ungeregelt und das ist eigentlich eine Bestätigung für mich dass wir nur nicht so weit sind sondern dass wir auf einen guten Weg sind.

00:35:23: Es zeigt eben auch, dass man für Freiheit vorbereitet sein muss und auch ausgebildet werden muss.

00:35:28: Das ist uns nicht in die Wiege gelegt und wird durch die Sozialisierung unser Bildungssystem ja auch nicht vermittelt.

00:35:33: Das müssen wir dann in den Unternehmen nachholen.

00:35:36: Sie haben ja vorhin auch von Klarheit gesprochen und eines der Führungsprinzipien was auf unserem Kickoff vermitteld wurde ist ja auch Klarheit schlägt Harmonie mit dem Zusatz immer.

00:35:48: Was verbinden sie denn mit dieser Aussage?

00:35:51: Und warum vor allen Dingen dieser Zusatz?

00:35:58: Weil es natürlich Momente gibt, wo es unangenehm wird.

00:36:03: Und man sollte sich nicht von seiner persönlichen Gefühlswelt oder abhalten lassen die Wahrheit eben zu sagen.

00:36:13: Man muss das immer machen.

00:36:15: wenn's der Firma gut geht, muss man's machen, wenns der Firma schlecht geht, dann muss man es machen.

00:36:19: Wenn man Erfolge feiert muss man sie machen und wenn wir Niederlagen feiern müssen Wir sehen das ja, wenn ich kurz ausschweife jetzt Fußball-Weltmeisterschaft weder jämmerlich ausgeschieden.

00:36:31: Beim DFB wird wieder erzählt dass wir eigentlich gut gespielt haben und nur Pech gehabt.

00:36:36: Das ist falsch!

00:36:37: Umgekehrt ist es so... in den besten Zeiten, wenn wir gewonnen haben.

00:36:43: Dann darf ich muss ich auch sagen es gibt dann trotzdem Defizite.

00:36:46: Wenn ich dann sage Wir sind jetzt die Besten und niemand kann uns mehr schlagen war nach nineteen neunzeig.

00:36:51: bei der Fußball-Weltmeisterschaft hat es Franz Beckenbauer gesagt.

00:36:54: Wir sind die nächsten drei Fußball Weltmeisterschaffen unbesiegbar.

00:36:57: das war der erste Tag wo's abwärts gegen mir der deutschen Nationalmannschaft.

00:37:00: also deswegen ist Klarheit immer notwendig

00:37:06: Wenn ich in mein Leben gucke, beruflich wie privat.

00:37:08: Dann ist es so wenn ich's umdrehe.

00:37:10: also wenn mir Harmonie wichtiger ist als Klarheit dann verliere ich als erstes die Klarheit weil ich dann so rumschwurbeln dann dann deutlich Dinge an zwischen den Zeilen und hoffe dass sie schon verstehen welche Botschaft ich ihnen senden will in der Hoffnung das sie meine Gedanken lesen können.

00:37:27: Und diese Klarheit, die dann verloren geht sorgt eben dafür dass ich am Ende des Tages beides verliere.

00:37:34: Weil dann Erwartungen nicht mehr erfüllt werden und dann leidet auch die Harmonie.

00:37:38: das heißt also wenn mir Harmonie wichtiger ist als Klarheit werde ich auf Dauer immer beides verlieren und andersrum Wenn mir Klarheit wichtiger ist als Harmonie, dann habe ich eine Chance da sich auf Dauer beides ab.

00:37:48: Weil die Menschen einfach auch wissen wo man dran ist und nicht im Dunkeln tappen und irgendwelche Erwartungen erfüllen müssen, die ihnen aber nie mitgeteilt werden.

00:37:57: Und das ist wenn wir noch mal auf ihren Mensch... Wer hat menschlich kommen?

00:37:59: Ja auch unmenschlich!

00:38:01: Wenn ich eine Kritik habe oder eine Erwartung an einen Menschen, den ich aber nicht klar ausspreche Dann ist es unmenschlichen unfair weil die Person weiß ja gar nicht was sie konkret machen soll wie ein Blindflug sozusagen.

00:38:12: Und dann kommt ihr noch dazu, man verändert sich im Laufe der Zeit.

00:38:15: Die Antworten die ich heute gebe sind in drei Jahren nicht mehr richtig und die Antworten von vor drei Jahren sind heute nicht mehr wichtig.

00:38:21: Ich bin jetzt ein dreißig Jahre verheiratet.

00:38:23: natürlich hat sich das alles verändert und die antworten die vielleicht vor dreißzig jahren gegeben habe die passen heute nicht meer und in die lebenssituation in den menschlichen situationen in die individuelle weiterentwicklung Und so ist das auch.

00:38:37: Man darf Klarheit und Wahrheit ja nicht mit Unhöflichkeit, Respektlosigkeit verwechseln.

00:38:45: Man kann es ja trotzdem wertschätzend machen!

00:38:48: Dann muss man es dann auch erklären.

00:38:49: Es geht ja nicht nur darum zu sagen wie es ist sondern auch erklären warum denke ich so?

00:38:54: Wie komme ich da hin?

00:38:55: Auch immer dem anderen das Gefühl geben, man ist offen... auch seine Meinung nochmal zu ändern, wenn man neue Erkenntnisse hat.

00:39:02: Also jede Wahrheit ist ja nur die Wahrheit, die man hat aufgrund des von dem was man weiß.

00:39:09: Ja genau, ihr habt ja seine Wahrheit die man sieht und interpretiert das ja auch immer vor dem Hintergrund von Erfahrungen.

00:39:18: Und Werten die man hat.

00:39:19: und so hat jeder sage ich mal eine eigene Landkarte des Lebens und das bedeutet ja noch lange nicht dass sie zum Beispiel gleicher haben wie Ich.

00:39:25: und schon sehen wir Die Welt oder Erlebnisse Ereignisse mit völlig unterschiedlichen Augen und Sie hatten vorhin die Fußball-Weltmeisterschaft angesprochen Stichwort unterschiedliche Augen.

00:39:35: der Bundeskanzler hat ja dann in Social Media ein Statement abgegeben Dass er mitgefühl hat, dass die Mannschaft ausgeschieden ist.

00:39:42: Er hat aber dann das Spiel gelobt und die Stärke der Mannschaft gesagt, dass wir als deutsches Volk stolz sind auf diese Mannschaft.

00:39:53: Denken Sie, er trifft damit den Nerv mit dieser Aussage?

00:39:56: Dass wir stolz auf das Abschneiden oder Ausscheiden der Nationalmannschaft sind.

00:40:00: Kann man darauf stolz sein?

00:40:02: Nein!

00:40:04: Man kann objektiv nicht stolz seien Und ich glaube, damit trifft da überhaupt keine Meinung.

00:40:09: Also da ist ja auch ein großer Welle der Empörung durch die sozialen Medien gegangen weil das ja vollkommen falsche Feststellung war, die völlig falsche Wörter.

00:40:26: aber das ist auch keine Stärke von einem März.

00:40:29: die richtigen Worte am richtigen Ort zu finden und ich glaube bei Niederlagen genug Niederlagen gehabt und werde auch noch weitere haben, ist auch immer ein Teil von Selbstreflektionen notwendig.

00:40:44: Sich selbst in Frage zu stellen, Wege aufzuzeigen wie man wieder nach vorne kommt aber das jetzt zu verkleistern indem man sagt wir haben zwar verloren die Baustelle ist ins Minus gegangen Wir haben einen Auftrag nicht gekriegt, wir haben die Submission verloren Aber wir haben das toll gemacht und ich bin stolz darauf dass es mal in einer Wettbewerblichen, Weltwiederwirtschaft der völlig falsche Ansatz.

00:41:07: Also dieser Begriff Stolz ist ja zumindest für mich auch ein sehr hoher Begriff und hat einen hohen Anspruch und für mich gehört auch die Voraussetzung dafür dazu dass ich mich angestrengt habe Und ich vor allen Dingen auch etwas erreicht habe was vielleicht im Vorfeld auch nicht selbstverständlich war ob man das überhaupt schafft.

00:41:25: Das heißt also diese Anstrengungsbereitschaft unten eine latente Ungewissheit ob man es überhaupt schaft sind für mich zwei wesentliche Voraossetzungen um stolz zu sein.

00:41:34: Das heißt also, es gehört auf jeden Fall Erfolg und Gewinn dazu.

00:41:38: Wie sieht das denn mit Ihrer Firma aus?

00:41:39: Wo wollen Sie denn hin?

00:41:41: Ich meine gewachsen.

00:41:41: von wo kamen sie her?

00:41:43: rund zweihundert Millionen Umsatz jetzt auf über eine Milliarde.

00:41:46: Sie kriegen tolle große Aufträge aus allen möglichen Bereichen.

00:41:50: Sie sind in allen mögliche Spaten auch aufgestellt.

00:41:54: Es geht immer weiter vorwärts.

00:41:56: Wo geht die Reise denn hin?

00:41:57: was ist denn der Erfolg den Sie im Auge haben?

00:42:02: Wir haben ja ein Mehrspartenkonzept.

00:42:05: Das heißt, wir wollen an allen Standorten Hochbau, Tiefengstrasenbau, Ingenieurbau, Gleisbau und Umweltechnik anbieten.

00:42:15: Mittlerweile ist Facility Management zugekommen, technische Gebäudersrüstung.

00:42:19: Das wollen wir an allen standorten anbiedern, dass wir praktisch Multistandorte sind.

00:42:23: das haben wir nur nicht erreicht.

00:42:24: Wir haben manche Modostandorte.

00:42:27: Ansonsten sind wir sehr stark beschäftigt mit Organisation IT, KI, Digitalisierung unseres Geschäftsmodells, Beschleunigung unserer Verwaltungsaufgaben die wir haben.

00:42:43: Das glaube ich eine ganz wichtige Aufgabe und eine meiner Lebensaufgabe ist die nächste Generation vorzubereiten und den Übergang machen in der nächsten Generationen und das sind so die wichtigsten Themen.

00:42:56: Wir hatten noch nie Wachstumsziele sondern wir haben immer uns eine Aufgabe gestellt, die notwendig ist um den Erfolg des Unternehmens abzusichern und da kam dann der Erfolg.

00:43:09: Und das Wachstum kam eben auch zusammen.

00:43:12: Also Sie haben eher eine Richtung eingeschlagen inhaltlich aber jetzt nicht Umsatzziele, Profitabilitätsziele als Zahlen verfolgt oder wie kann ich mir das vorstellen?

00:43:21: Also Wachstum ist glaube ich schon wichtig, glaube Unternehmen müssen wachsen.

00:43:25: Wachsstum hilft auch Ineffizienzen in der Organisation zu überkompensieren.

00:43:32: Wir haben mittlerweile eine ganz tolle Marketingabteilung, wir haben Human Resource Management mit Akademie und so weiter.

00:43:39: Das rechnet sich natürlich bei viertausend Leuten besser als bei tausenden Leuten und sie können es ja auch erst leisten wenn Sie das alles haben!

00:43:47: Und die Begehrlichkeiten wachsen in allen möglichen Bereichen Neustabstellen, zusätzliche Stabstellen.

00:43:55: Bessere Organisationen andere technische Ausrüstung das können sie aber nur leisten mit Geld und Geld verdienen Sie eben durch Umsatz.

00:44:05: Das heißt also Wachstum ist notwendig für ein modernes Unternehmen.

00:44:14: Es gibt aber keine Zahl, dass ich sage für jedes Jahr zehn Prozent wachsen, fünfzehn Prozent wachsen.

00:44:19: Wir sind dann mehr Opportunitätsgetrieben.

00:44:22: Das heißt wenn es eine Chance gibt und das passt zu unserem Unternehmen da gucken wir uns das an.

00:44:26: Das kann sein, das waren drei vier Unternehmen im Jahr einem Jahr integrieren.

00:44:31: Es kann auch sein, dass mal zwei Jahre nichts machen, wenn nicht passendes auf dem Markt ist.

00:44:35: Das ist sehr abhängig von der Situation.

00:44:38: Es gibt ja in der Gesellschaft laute, aggressive Stimmen die sehr wohlstandsfeindlich sind und jeder der Geld verdienen will ja schon auf der falschen Seite der Grenze steht sozusagen oder als Feind deklariert wird.

00:44:56: Bekennen Sie sich dazu dass dieses Unternehmen Geld verdient soll, will und muss?

00:45:02: Und sind Ihre Führungskräfte und Mitarbeiter da auch drauf gedrillt?

00:45:05: Oder wie stehen sie hier zum Thema Geld?

00:45:08: Unsere Mitarbeiter auf jeden Fall.

00:45:11: Bau ist sehr wettbewerbsintensiv und auch in guten Zeiten sind dreißig bis vierzig Prozent der Baustellen negativ.

00:45:20: Nicht nur bei uns, sondern bei allen Baufirmen weil wir eine Kostenschätzung machen keine Kalkulation.

00:45:26: Wir Einzelwerke machen das nie gebaut worden in der Konstellation wie wir es machen.

00:45:32: Das heißt gibt immer ganz viele Imponerabilien die zu bewältigen sind.

00:45:37: Bevor wir einen Auftrag kriegen, gehen wir immer davon aus dass das die Voraussetzungen so sind wie wir es eben glauben.

00:45:45: Häufig ist das anders geht beim Wetter los, das geht bei Preisen los ob das Rohstoffe sind oder jetzt Ölpreisschock.

00:45:55: Das sind alles Dinge die man ja vorher im Vorfeld nicht weiß.

00:45:58: insofern wissen alle Leute das Geld verdienen

00:46:02: ist

00:46:05: die Grundbasis von allem.

00:46:06: Wenn wir kein Geld verdienen, ist alles was wir machen nutzlos.

00:46:09: das wissen die Leute.

00:46:10: sie wissen auch dass wir an einer ein oder anderen Stelle ein bisschen mehr verdienen müssen um die andere Dinge zu kompensieren.

00:46:15: also ich glaube dass bei uns im Unternehmen überhaupt kein Thema ist.

00:46:18: in der Baubranche insgesamt ist es kein Thema.

00:46:22: Die Leute wissen auch, dass wir keine NGO sind.

00:46:26: Sondern das wir eben im knallharten Wettbewerb stehen.

00:46:30: In unserer Gesellschaft wird es häufig anders gesehen.

00:46:32: Da habe ich manchmal das Gefühl wenn einer den ganzen Tag zu Hause auf dem Sofa liegt und einen Lottoschein ausfüllt, fünfhunderttausend Euro gewinnt dann sagen alle toll!

00:46:42: Ich möchte so sein wie du, du bist ein Held.

00:46:44: Und wenn man als Unternehmer zehn, zwanzig, dreißig Arbeitsplätze schafft vielleicht zwei drei hundert tausende Euro Geld verdient wovon man dann auch Steuern bezahlen muss, was der Totto-Lotto-Spieler nicht machen muss.

00:46:55: Dann gilt man als Ausbeuter und jemanden, der sich ungerechtfertig bereichert.

00:47:02: Das ist ein Trend in unserer Gesellschaft.

00:47:04: Das sehe ich sehr negativ.

00:47:05: Ich versuche dagegen zu kämpfen das Bild des Unternehmers positiv in die Öffentlichkeit zu bringen.

00:47:12: Tritt deswegen auch zunehmend im Podiumsdiskussion auf um das eben zu formulieren, die gute Seite des Unternehmertums auch zu sagen.

00:47:23: Haben Ihre Leute etwas davon?

00:47:25: Wenn es dem Unternehmen gut geht und wenn ja was?

00:47:31: Viele Leute, die einen direkten Baustellenbezug haben in der Führung kriegen ein ergebnisabhängiger Vergütung Und was ich den Leuten auch immer erzähle bei Betriebsversammlungen und auch bei der Weihnachtsfeier.

00:47:48: Seit hundertvierzig Jahren investieren wir alle Gewinne des Unternehmens im Unternehmen.

00:47:54: Das heißt, wenn das Unternehmen Geld verdient haben wir bessere Kleidung und IT-Aussteilungen.

00:47:59: Haben wir bessre Maschinen?

00:48:01: Haben wir unser Schulungssystem?

00:48:03: Haben es bessere Arbeitsbedingungen?

00:48:09: Das ist direkt gekoppelt!

00:48:11: Und das verstehen die Leute auch.

00:48:15: Auch an der letzten Weihnachtsfeier habe ich es auch noch mal erzählt, habe ich auch Applaus bekommen.

00:48:19: Weil ich gesagt habe, es gibt ja die Überlegung in der Politik Unternehmen zu besteuern mit Erbschaftsteuer oder Vermögenssteuer.

00:48:29: das wären dann Steuern, die dem Unternehmen entnommen werden müssen.

00:48:33: Das heißt sie stehen da nicht mehr zur Verfügung für Investitionen in die Verbesserungen der Arbeitsbedingungen und da kann ich Ihnen sagen dass mindestens und fünf Prozent meiner Mitarbeiter, die gleiche Meinung haben.

00:48:45: Und solche Substanzsteuern schlussendlich ablehnen.

00:48:50: Also Sie kaufen Unternehmen, die keine Nachfolge haben oder die in der Insolvenz sind?

00:48:54: Das heißt das sind Unternehmen mit Arbeitsplätzen, die vielleicht morgen dann kein Unternehmen mehr sind und Arbeitsplätze verloren gehen.

00:49:02: Die übernehmen sie und nehmen sich dieses Ökosystem und sorgen dafür dass das fortgesetzt wird.

00:49:06: Sie investieren in ihre Crew.

00:49:09: Das Thema offene Streitkultur erlebe ich jetzt selber, wo ich immer wieder in das Unternehmen eintrage.

00:49:16: Gerade heute auch gesehen, wo eine Gruppe was vorgestellt hat und sie waren sehr vehement anderer Meinung und die haben sich aber nicht wortstill stellen lassen sondern sind da reingegangen und haben mit ihnen gestritten und es gibt auch ein Follow-up Termin, wo sie das dann inhaltlich nochmal gemeinsam aufarbeiten.

00:49:33: also das ist ja... Etwas, wo ich zumindest sagen kann von dem was ich so mitkriege und erlebe.

00:49:40: Und da sind sie ja nicht der einzige Familienunternehmer.

00:49:42: Ich kenne ja viele.

00:49:44: Das sind alles gute Menschen sage ich mal.

00:49:46: Nicht gut Menschen sondern gute Menschen die wirklich natürlich Geld verdienen wollen aber eben nicht kapitalistische Ausbeuter sind die eine menschliche Ressource ausquetschen Sondern im Gegenteil wo auch wenn dann mal persönliches Leid ist familiäre Schicksalsschläge kommen Lösungen gefunden werden, wo man einfach bürgerlich hilft als Unternehmer und nicht die Menschen dann verweist an irgendwelche staatlichen Hilfsorganisationen oder so.

00:50:11: Und auf der anderen Seite gibt es ja dieses Unternehmabild was immer wieder negativ befeuert wird.

00:50:17: beim Tatort ist der böse Kriminelle oft ein Unternehmer.

00:50:21: wir haben in der Spitzenpolitik auf Bundesebene ich will jetzt keinen Namen nennen die Frau wird schon genug gebäscht Bundespolitiker absolut negativ gegenüber Unternehmern äußern, sogar sagen dass man sie bekämpfen muss.

00:50:37: Wie geht es ihnen damit?

00:50:38: Dass da so ein Bashing stattfindet was ja quasi persönlicher Erlebniswelt und vor allen Dingen so wie man sich auch verhält Ja das muss ja einen Schlag nicht nur auf die Niere sein sondern Stich ins Herz.

00:50:53: Ich bin seit über dreißig Jahren im Verband der Familienunternehmer.

00:50:56: Wir gehen auf die Politik aktiv zu bei mir im Unternehmen, ich biete den Leuten dann auch an, einen Betriebspraktikum zu machen.

00:51:03: Der Peter Müller ehemaliger Ministerpräsident, bevor er dann Ministerpräsident wurde hat mich ein Tag begleitet und eine Art Betriebspraktikum gemacht.

00:51:13: Der DGB-Vorsitzende des Saarlandes hat zwei Tage im Unternehmen einen Betriebspraktikum gemacht.

00:51:18: Einer auf der Baustelle, einer mit mir, an dem man mich den ganzen Tag begreitet hat.

00:51:22: Kürzlich war er Landtagsabgeordneter der CDU, der mich begleitete.

00:51:28: Der jetzt nicht mehr im Bundestag sitzende Abgeordnete der Linken für Saarland kam alle zwei Jahre zu mir und hat sich mit mir ausgetauscht.

00:51:40: Vom Familienunternehmerverband haben wir uns zumindestens lange mit der Fraktion der Linkengetroffen, mit den SPD-Leuten.

00:51:47: also wir versuchen durch persönliches Vorbild und durch persönliche Gespräche die Leute auf ein anderes Mindset zu bringen Was erstaunlicherweise in der Region gelingt?

00:52:01: In Berlin aber nicht gelingt.

00:52:02: Das heißt, die leben – ich muss es leider wieder sagen – in einer Blase, in eine selbstbefruchtenden Blase und lassen solche Einflüsse und solche Austausche gar nicht mehr zu.

00:52:16: Das ist sehr schade!

00:52:20: Ich glaube, dass wir uns in Deutschland keinen Gefallen tun, wenn wir gesellschaftliche Gruppen gegeneinander ausspielen.

00:52:29: Wenn ich mit Menschen spreche und ich habe ja auch mit vielen Berufsgruppen zu tun – von Unternehmern bis hin zu gewerblichen Mitarbeitern – dann erlebe ich, wenn die Leute offen sind sehr viel Wut und Enttäuschung Und manchmal sogar auch Verbitterung oder Traurigkeit, weil diese Menschen mit denen ich spreche sind um ihre Worte zu nehmen.

00:52:54: Macher für mich sind das die Leistungsträge also die Ärmel hochkrempeln und dafür sorgen dass der Laden hier jeden Tag am Laufen bleibt.

00:53:01: Die auch Bock haben zu gewinnen, die keinen Bock auf Mittelmaß haben sondern Spitzen- und Bestleistungen bringen wollen.

00:53:07: Die sagen wir werden heute besser als gestern nach Exzellenz streben egal was sie tun.

00:53:14: Und auf der anderen Seite erlebt man dann ja Deutschland die Marodenstraßen.

00:53:18: Irgendwie sind Tausende von Brückenmarode Es ist ein bisschen heiß in Europa und irgendwie wird nur berichtet, dass in Deutschland der Asphalt schmilzt und die Bahnen nicht mehr fahren können.

00:53:27: Die Polen meine Frau aus Polien deswegen kriegen wir das intensiv mit Lachen sich darüber kaputt.

00:53:31: bei uns passiert das nicht.

00:53:34: Wir haben massiven Arbeitsplatzabbau.

00:53:36: Wir machen hohe Energiewende einen auf moralischer Prediger und haben im Gegenzug die teuersten Strompreise.

00:53:43: Wenn man vergleicht die Stromproduktion heute zu vor zehn Jahren in Deutschland, dann sind es twenty-fünf Prozent weniger Strom, die wir produzieren als damals und das als Hochindustrie Standort.

00:53:53: Das heißt also egal wo man reinpackt überall Baustellen und Mittelmaß und wenn man dann mit Unternehmern spricht brauchen jetzt über ihre nicht sprechen.

00:54:02: aber ich berichte immer von anderen Unternehmen Die haben natürlich die Top-Leute, wo man sagt das ist eine Freude mit solchen Menschen zu arbeiten und gleichzeitig einen Termin später hat man also muss es so sagen wirklich Dummheit fehlende Initiative Egal Einstellung ... und ein Qualitätslevel, wo man sich einfach nur am Kopf fasst.

00:54:25: Und sagt wie sollen wir mit solchen Menschen überhaupt noch erfolgreich sein können?

00:54:29: Man erlebt es ja auch als Kunde.

00:54:30: teilweise in den Geschäften kommt man rein hat das Gefühl man stört... ...und es ist überhaupt nicht so.

00:54:35: ein Dienstleistungsgedankter, boah geil!

00:54:37: Schön dass Sie hier sind herzlich willkommen oder auch sich zu bedanken für einen Einkauf.

00:54:41: So dass es eine Freude ist auch Geld auszugeben.

00:54:44: Also ich fasse das mal so zusammen und ich habe auch keine Lust, ein Miesepeter zu sein.

00:54:48: Und er mahnt mich auch immer selber kommen sei realistisch guck auf das Gute.

00:54:51: aber man kann ja auch nicht das Schlechte einfach wegreden weil es trifft in einer Häufigkeit auf und ich werde von vielen Menschen darin bestätigt dass das eine Ausmaß angenommen hat was nicht normal ist.

00:55:00: und Unternehmer die dann zum Beispiel viel im Ausland aktiv sind zb China und Indien.

00:55:07: Die erzählen mir immer das Gleiche wenn sie hier hinten wieder nach Deutschland kommen.

00:55:09: Sie müssen erstmal tief durchatmen weil hier ist es und das Wort, was dann häufig kommt mühsam.

00:55:16: Und es ist ja auch nicht so wenn Deutschland schrumpft von mir aus aus moralischen Gründen nach dem Motto weniger Wachstum.

00:55:24: heißt wir schon die Umwelt dass die Welt stehen bleibt sondern die Welt wächst ja in der Wirtschaft.

00:55:30: das heißt neunzig Millionen Autos letztes Jahr produziert In Deutschland.

00:55:33: schließen war dagegen.

00:55:34: die Werke heißt ja nicht dass weniger Autos produzieren sollen sie werden woanders produziert.

00:55:38: das heißt hoch bezahlte Jobs Wertschöpfung, Aufbruchstimmung Erfolg Wohlstand.

00:55:45: Das entsteht zunehmend um uns herum und hier in Deutschland legt sich immer mehr Asche sage ich mal auf das einstige Feuer des Wirtschaftswunders Wenn ich das so skizziere.

00:55:55: teilen Sie diese Wahrnehmungen von vielen Menschen die ich hier berichte oder sehen sie es völlig anders?

00:56:03: Ich sehe das absolut genauso.

00:56:05: Wir haben in Deutschland einen Vertrauensverlust der Politik in den Menschen der Menschen in die Politik und alle zusammen, in die Wirtschaft.

00:56:15: Das ist die letzten zwanzig Jahre so entstanden, in dem Narrative aufgebaut wurden, gegensätzlich Interessen artikuliert worden, die gar nicht gegensichtlich sind... Was meinen Sie?

00:56:27: ...und das hat schon gravierende Ausmaser!

00:56:28: Und die Politik reagiert durch...?

00:56:30: Was meinen sie mit den unterschiedlichen Interessen, die garnicht

00:56:32: existieren?!

00:56:35: Wenn's dem Unternehmen gut geht, geht es dem Mitarbeitern gut – unumgekehrt….

00:56:39: Das heißt, wenn ich wie zum Beispiel in der Automielindustrie immer sage, die Leute müssen mehr verdienen.

00:56:44: Mehr verdienen weniger arbeiten, mehr verdienten, mehr pausen.

00:56:46: Mehr dies und dessen jenes.

00:56:47: Irgendwann wendet sich das gegen das Unternehmen?

00:56:50: Das erleben wir jetzt.

00:56:51: VW hat angekündigt hunderttausend Arbeitsplätze abzubauen.

00:56:55: Das war schon vor zehn Jahren absehbar, dass dieser Weg, dass immer mehr der Mitarbeiter anrechte Vergünstigungen, Prämien

00:57:02: usw.,

00:57:03: das war absehlbar, damit es nicht funktionieren wird Weil die Chinesen uns mittlerweile in der Produktivität geschlagen haben.

00:57:11: Hohe Löhne rechnen sich nur, wenn ich hohe Produktivitäten und eine hohe Innovationskraft habe.

00:57:16: Wir haben beides verloren!

00:57:17: Beides ist nicht mehr da.

00:57:19: Das heißt es gibt für hohe Löne bei VW keinen Grund mehr.

00:57:22: Und es wird aber immer noch gemacht als ob das ein menschliches Anrecht ist, doppelt so viel zu verdienen wie einen vergleichbarer Job im Mittelstand.

00:57:32: Wie ein vergleichbares Job im Handwerk.

00:57:33: Wir haben hier im Saarland extrem lange und wir hatten ja auch ein Automobilfabrik gelitten, dass die ganzen Handwerksbetriebe keine Mitarbeiter mehr bekommen haben.

00:57:43: Weil sie haben da zum Teil das Doppelverdient wie im Mittelstand.

00:57:48: was es passiert.

00:57:49: Irgendwann hat einen Konzern aus Amerika festgelegt.

00:57:53: Wir machen die Automobil-Fabrik in Deutschland zu.

00:57:55: Fertig!

00:57:57: Das ist die Konsequenz.

00:57:58: Und soweit zu denken, das hat nicht funktioniert.

00:58:01: Hinzu kommt die Regulatorik existenzielle Ausmaße hat, die einem den Lust an allem vergellt was überhaupt passiert und was ja alles Schutzgesetze sind.

00:58:12: Es werden irgendwelche Menschen ob gewollt oder ungewollt vor Übergriffen geschützt.

00:58:19: Ich habe den Eindruck dass die Politik immer noch der Meinung ist wie von Charles Chaplin in dem Film Modern Times das die menschen ganz hart in der Anfangsindustriellen Zeit in Öl lachen liegen und an irgendwelchen Maschinen rumschrauben.

00:58:33: Und Säle mit fünftausend Schreibmaschinenschreiberinnen da sitzen, die dann ausgebeutet werden von irgendjemandem mit der Peitsche, der den Leuten ein Almosen gibt.

00:58:43: Das ist schon lange nicht mehr so.

00:58:44: Meine Mitarbeiter lassen sich mal ausbeuten.

00:58:46: Wir zahlen Prämien zum Teil zweistellige tausende Euro-Bereiche, dass die Leute zu uns kommen.

00:58:50: Wenn ich zu denen nicht nett bin und denen einen tollen Job gehe, dann sind sie weg Dann gehen die woanders hin.

00:58:56: Aber trotzdem gibt es immer mehr Schutz Gesetze, die völlig an der Realität hinausgehen.

00:59:03: Wo auch meine Mitarbeiter gar nicht wollen dass sie für sich gelten.

00:59:06: Trotzdem wird es von oben runter gegeben.

00:59:08: wir müssen die Dinge umsetzen und das frustriert die Leute weil schlussendlich ist das Bürokratie und auf Bürokrate hat keine Lust.

00:59:19: Wir hatten ja auch darüber mal gesprochen diese reife Kurve was die Energie- und Vitalität von Unternehmen angeht.

00:59:24: man kann dir auch übertragen auf einen Unternehmen Deutschland und da haben wir eben wahnsinnig viele Verwalter, wo Verwaltung zum Selbstzweck wird.

00:59:33: Dann ist es eben die Bürokratie und der Bürokritismus und die produzieren halt immer mehr Und irgendwann haben wir so Aristokraten und das ist mein Eindruck mittlerweile von Berlin Das sind Aristokarten, die sich soweit vom Volk entfernt haben.

00:59:45: Das muss man ja auch mal so sagen nicht dass Volk hat sich von unseren Politikern entfernt sondern die Politiker Vom Volk.

00:59:50: und dann Dinge kommen, die ja Viele gar nicht wollen.

00:59:53: stichwort Arbeitszeit.

00:59:55: Also hier, wie sagt man denn?

00:59:56: Der Arbeitszeit-Messgesetz oder wie das Ding auch

00:59:59: mal...

01:00:00: Erfassungsgesetz.

01:00:01: Ich kenne viele Betriebe wo die Mitarbeiter das gar nicht wollen weil sie sagen ich finde es toll mit unserer Vertrauensarbeitszeit und wenn es dann irgendwann käme in einer Form dass auch diese Betriege betroffen sind, dann werden sie zu etwas gezwungen was sie gar nicht machen wollen.

01:00:15: Das ist natürlich alles andere als Freiheit.

01:00:16: oder ein anderes Beispiel wo ich denke boah das ist einfach tragisch was wir da machen, Automobilindustrie zum Beispiel.

01:00:25: Sie haben vorhin die angesprochen.

01:00:27: Stellantis meine ich hat massive Auslastungsprobleme in den Werken und aus der Panik heraus dass man ja irgendwie Auslastung generieren muss vermieten jetzt diese Kapazitäten an chinesische E-Autohersteller.

01:00:38: das heißt also der Feind wird jetzt noch bestärkt und bekommt hier einen Brückenfuß, umgeht wahrscheinlich so auch noch die Importzölle.

01:00:46: Das heißt also wir nehmen uns immer selber mehr die Luft?

01:00:49: Und die Frage ist ja wenn man in so einem Zustand drinsteckt wo einfach viel Asche auf dem Feuer ist was wünschen sie sich denn etwas passiert damit für nichts aus der Asche kommt?

01:00:59: und wie dieses feuerneuen Fachen das hier auch mal wieder ein Bock auf Erfolg, Bock auf Spitzenleistung kommt?

01:01:05: weil es ist ja nicht so dass wir in den objektiven Zahlen schlecht sind.

01:01:08: Wir sind immer noch die drittgrößte in der Volkswirtschaft der Welt.

01:01:13: Aber den Ausblick nach vorne, das spüren wir Menschen.

01:01:16: Der ist alles andere als rosig und da sind andere Länder mit einem deutlich besseren Zukunftsausblick.

01:01:21: Was braucht es denn hier damit wir wieder diese Macher-Aufbruchmentalität kriegen dass wir Bock auf Zukunft haben und vor allen Dingen auch wieder erfolgreich sein wollen?

01:01:32: Ich habe gerade ein Bericht im Radio gehört, dass die Arbeitsplatzabbau, der jetzt gerade stattfindet Grundsätzlich nicht Unnormales.

01:01:40: Es gab es immer wieder, was uns jetzt fehlt sind die neuen Arbeitsplätze in neuen Branchen.

01:01:45: Das heißt ich muss junge Leute motivieren oder auch Mittelalter oder ältere Leute gibt ja auch Leute sich mit erst mit Sechzig Unternehmer werden muss ich motivieren das Risiko und den Mut einzugehen mich zu exponieren Sonderleistungen zu abbringen und etwas aufzubauen.

01:02:03: Das ist glaube ich ganz wichtig und da ist die Regulatorik, die immer mehr um sich greift.

01:02:09: Ist natürlich ein Killer!

01:02:10: Ganz viele Unternehmer, die ich kenne sagen sie haben keinen Lust mehr auf den Scheiß, die ganze Formelare ausfüllen.

01:02:15: es gibt mittlerweile kein Unternehmer mehr der nicht zumindest mal sagt er hat keine Lust mehr will.

01:02:21: er geht ins Ausland entweder mit der Firma oder privat oder verkauft.

01:02:25: Das sind ganz gravierend.

01:02:26: Das war vor fünfzehn, zwanzig Jahren war das überhaupt nicht so.

01:02:29: Sie kennen keinen der das nicht sagt?

01:02:30: Ich

01:02:31: kenne kein der das nichts sagt!

01:02:32: Das machen nicht alle.

01:02:33: Es sind auch viele dabei die halt so aus der Rage heraus sowas sagen...

01:02:38: Aber es ist ja schon schlimm genug dass man überhaupt noch was sagt.

01:02:40: Das macht ja etwas mit der Energie,

01:02:41: ne?!

01:02:42: Das macht was mit der Energie.

01:02:43: Die bleiben im Zweifel.

01:02:44: wenn sie sich überlegen investiere ich jetzt doch noch und da schreibe ich jetzt noch mit meinem Privatnamen bei der Bank für die Investition.

01:02:49: Die überlegen sich schon ob sie das noch machen oder ob sie's eben nicht machen.

01:02:54: Gründen Sie mal heute eine Firma, was sie da alles an Regulatorik erfüllen müssen.

01:02:59: Ist für einen jungen Mann oder eine junge Frau kaum machbar.

01:03:03: Deswegen wollen auch ganz viele lieber in öffentlichen Dienst gehen wie eben dieses Mühsal des Unternehmers auf sich zu nehmen.

01:03:09: Auch das Unternehmerbild wird schlecht gemacht wenn ich jetzt Elon Musk angucke Der sicherlich eine ganz spezielle Persönlichkeit ist Brauchen wir gar nicht drüber reden aber der hat eines der erfolgreichsten Automobilfirmen der Welt aufgebaut und bis vor kurzem einzige Spacefirma aufgebaut, der wird immer als Irrer, als Verrückter, als dargestellt.

01:03:34: Der erste Billionär der Welt, unsere Wahl, das wird nur fokussiert auf den Wert vielleicht seines Unternehmens wobei es gar keinen Unterschied ist ob sie jetzt ihm alleine gehört oder ob sie nun fünfhunderttausend Pensionsfonds gehört.

01:03:46: Es ist eigentlich müsste ich darüber reden was derfall eine tolle unternehmerische Leistung erbringt.

01:03:50: Das ist eigentlich das Thema, dass wir uns unterhalten müssen.

01:03:54: Und wir unterhalten uns über, muss der weltweit besteuert werden?

01:03:59: Wie kann ich den man eindämmen?

01:04:02: und mit dem Mindset haben viele Unternehmer keinen Lust mehr.

01:04:04: also wir müssen die Regie von Latorik reduzieren und da muss man ganz klar sagen da hilft keine Verbesserung unserer Bürokratie, da hilft nur die Abschaffung.

01:04:15: Wir brauchen dafür eine Kettensäge.

01:04:17: das heißt ich muss die Dinge komplett weg machen.

01:04:20: Es gibt jetzt eine interessante Entwicklung in Baden-Württberg, die jetzt im Koalitionsvertrag beschlossen haben.

01:04:26: Dass alle Bürokratie bis zum Jahr twenty sieben und zwanzig abgeschafft wird – nicht Bürokratein, Entschuldigung!

01:04:31: Alle Dokumentationspflichten werden bis zu zwanzi siebenundzwanzig abgeschaft, es seien Sie wären neu beschlossen.

01:04:37: Hochinteressant.

01:04:38: Angeblich gibt so etwas Ähnliches im Nordrhein-Westfalen auch.

01:04:42: Und auch die sanische Landesregierung hat jetzt dazu geäußert, dass sie sich damit beschäftigen wollen.

01:04:48: Anders geht's nicht!

01:04:48: Das ist ja nichts anderes wie Kettensäge.

01:04:51: Es wird abgeschnitten und es wird dann was Neues gemacht, was zeitadäquate ist oder was in die Zeit passt.

01:04:58: Und das wäre für mich Dinge, das wir jetzt wirklich eins nach dem anderen nochmal angucken – macht das alles Sinn?

01:05:05: Dass ich immer überlege, wie groß der Aufwand ist und wie groß er nutzt.

01:05:12: Lieferketten-Sorgfasspflichtengesetz, auch eines meiner Lieblingsgesetze.

01:05:16: Wir arbeiten nur in Deutschland!

01:05:17: Nur in Deutschland, wir sind nicht im Ausland, wir kaufen auch nichts im Auslands.

01:05:20: Wir kaufen nur bei deutschen Firmen hier in Deutschland.

01:05:23: Ich muss jetzt nachweisen dass der Grafit im Gummireifen der Schubkarre die ich bei Obie gekauft habe muss dokumentieren das die das Grafit nicht von Kinderhänden geerntet wurde oder unter unwürdigen Verhältnissen im Kongo abgebaut worden.

01:05:39: Und das muss dann der Vorlieferant machen, und da vorlieferend.

01:05:42: Das ist unsäglich!

01:05:44: Damit ist nichts geholfen, dass es keine Aufgabe, die ich lösen kann... Es muss jetzt dokumentiert werden.

01:05:51: Da gibt's fünfzehn Gesetze, die in den letzten drei Jahren losgelassen wurden auf die Menschheit und die frustrieren einzutiefst.

01:06:00: Man

01:06:01: muss die Wahrheit komplett bis zum Ende aussprechen.

01:06:05: Also man kann das ja so weitermachen mit Bürokratismus mit Mittelmaß, mit Wohlstandsabbau.

01:06:11: Aber dann werden wir eben auch in einer Zukunft leben, in der wir uns weniger leisten können.

01:06:16: Weniger Sozialstaat, weniger Hilfe in der Welt, weniger Asylmöglichkeiten weil schlichtweg die Mittel fehlen.

01:06:23: und mein Eindruck ist, diejenigen die das wollen dass es weniger wird reden immer nur über die erste Hälfte weniger Wirtschaft, weniger Wachstum aber nicht über die Konsequenz den Preis denen das ganze hat.

01:06:34: Und andersrum.

01:06:35: wenn jemand sagt müssen doch einen starken Sozialstaat haben.

01:06:38: Wir müssen auch zum Beispiel starke Weltmacht sein, die Asyl bietet, Menschen hilft den Not und Leid.

01:06:45: Ja ist was super Ziel.

01:06:46: dann lassen wir uns noch die Wirtschaft anheizen damit wir uns das auch leisten können.

01:06:49: Das heißt also, man muss ja immer wieder das Feuer neu entfachen.

01:06:52: Weil Erfolg ist sowas wie Atmen.

01:06:55: Was man die letzten Jahre geatmet hat, ist für den nächsten Atemzug nicht entscheidend.

01:06:58: Die Frage ist ob man morgen noch kraftvoll atmen kann?

01:07:01: Insofern muss man immer wieder was dafür tun und Sie hatten vorhin auch mal Ihre Ehe kurz gestriffen.

01:07:06: Sie sind ein dreißig Jahre verheiratet.

01:07:07: Ich meine ich hatte sie vorhin gesagt.

01:07:09: Auch eine Ehe hat einen Reifezyklus.

01:07:11: Man hat ab and down, man ist frisch verliebt dann kommt der Alltag usw.

01:07:14: Was machen Sie denn um ihre Ehe zu befeuern so dass es Ihnen beiden nicht langweilig wird.

01:07:22: Der Freund von mir sagt, der Erfolg einer Ehe, die Dauer einer erfolgreichen Ehe ist eben begrenzt insofern verteilt man sie immer über fünfzig Jahre durch Abwesenheiten ein.

01:07:41: das sind Scherz.

01:07:42: ich glaube man muss und es habe schon sehr großen Wert drauf gelegt Mir schon von Anfang an überlegt, als ich meine Frau kennengelernt habe ob wir eine längerfristige Perspektive haben.

01:07:57: Ich kenne ganz viele Leute die aus einer spontanen Verliebtheit geheiratet haben wo wenn man von außen objektiv drauf geguckt hat gesagt hat das geht nicht lange.

01:08:07: gut.

01:08:08: Ich habe mir die Gedanken vorher gemacht, ob jemand charakterlich zu einem passt.

01:08:13: Ob einer intellektuell zu einem passt.

01:08:15: Ob jemand vom Interessensgebiet zu einem passt und wenn dann noch die Liebe dazukommt umso besser.

01:08:23: aber nur auf Basis der Liebe funktioniert es nicht Und so sind Unternehmen auch.

01:08:26: wir brauchen Mitarbeiter Die zum Unternehmen passen die die gleiche Philosophie haben die die Kompetenz haben uns auch zu helfen und die ja auch bereit sind dem Unternehmen als soziales Institution auch Emotionen zu geben, das muss mir auch bereit sein.

01:08:45: Sein Herz zu öffnen und seine Seele zu öffen und auch sagen ich bekomme was nicht monetär ist und ich gebe auch etwas was nicht monitär ist sondern ich bekenne mich dazu und man bekennt sich auch zu mir.

01:08:56: Ich glaube dass es bei beiden wichtig und dieser kennt es mir sehr früh

01:09:00: gekommen kauft ja sozusagen ein ganzes Leben ein, also wie der Mensch seinen Freitagabend verbringt.

01:09:10: Welche Hobbys hat auch die Art und Weise, wie man Gespräche führt?

01:09:14: Die Interessensthemen

01:09:15: usw.,

01:09:15: das heißt man kauft einen Lebensstil ein in einer Ehe und man muss sich eben die Frage stellen sind das Werte, sind das Verhaltensweisen, sind es Themen, die ich in meinem Alltag von Montag bis Sonntag haben will?

01:09:28: Und wenn ich das nur frisch verliebt mache oder aus körperlichen Gründen, weil ich gerade mein Hormon raus habe dann kann das kurzfristig funktionieren.

01:09:35: Nur es knallt dann halt irgendwann, wenn man merkt, boah nee!

01:09:37: Ich will nicht zum Beispiel jeden Freitag und Samstag mir die Hucke voll saufen sondern auch mal was Kulturelles machen oder weiß ich was?

01:09:43: Also dieses Werte-Clash-Thema zeigt sich ja in den unterschiedlichen Verhaltensweisen.

01:09:48: Ja und dieses zweite Adjektiv von uns verändert war mir auch ganz wichtig... habe ich ganz früh ist mir das klar geworden, bin ich ähnlich veränderungsbereit in dem Fall wie meine Frau und umgekehrt.

01:10:05: Es gibt ja auch den Spruch wenn ein Mann und Frau heiraten denkt der Mann hoffentlich ändert sie sich nie und sie denkt er wird sich schon ändern.

01:10:12: beide irren und ich hab das war mir schon ganz wichtig zu erkennen ob das Thema Widerspruchskultur, wie geht man mit Konflikten um?

01:10:25: Ist der andere bereit sich auch mal etwas einzulassen was er vielleicht nicht kennt.

01:10:28: Bin ich auch bereit mich darauf einzulassen, was in dem Fall meine Frau aus ihrer Sozialisierung aufgenommen hat.

01:10:35: Aus ihren Interessen aufgenommen haben.

01:10:37: Das geht ja auch nicht nur um den anderen.

01:10:39: Bin ich auch bereit im anderen zu vertrauen und sage okay, ich kenne das nicht.

01:10:42: Ich probiere es mal aus!

01:10:45: Ich habe mir die Freunde angeguckt.

01:10:49: Passen sie zu meinen Freunden?

01:10:50: Ja also das war ganz vielschichtig.

01:10:52: Ich hab jetzt keine Checkliste gehabt aber das war bei mir am Kopf schon alles drin.

01:10:57: Ja, das verändern.

01:10:58: Das ist glaube ich auch ein ganz wichtiger Punkt wenn man gerade auch lange zusammen bleibt.

01:11:02: Man ändert sich ja als Mensch auch.

01:11:03: Also so wie wir heute sind sind wir völlig... also wahrscheinlich würden wir vor zwanzig Jahren, wenn wir unser heutiges Ich-sehen um Gottes Willen isst die Person alt oder sowas und man verändert und entwickelt sich ja und der andere auch.

01:11:14: Und dieses...also man ist ja heute mit einem ganz anderen Menschen zusammen und der auch mit einem ganzen anderen Menschen und diese Liebe immer wieder am Brenn zu halten ist ja genau wie im Unternehmen auch.

01:11:22: diesen Spirit aufrechtzuerhalten haben sie ja auch.

01:11:26: Ich meine, Sie sind verantwortlich hier für den ganzen Laden.

01:11:29: Da hängen ja auch viele Schicksale dran.

01:11:30: Sie sind ja nicht nur eine Erfolgs- oder eine Schicksalsgemeinschaft in guten wie schlechten Zeiten und das Ganze ist ja auch ne wahnsinnige Verantwortung und braucht auch viel Energie.

01:11:39: was tun sie denn um persönlich mental und körperlich ausreichend Energie zu haben?

01:11:44: Oder passiert es einfach morgens von alleine wenn sie aufstehen?

01:11:51: Ja, da muss ich nochmal zurückkommen auf das Thema Persönlichkeit und Charakterfrage.

01:11:55: Also ich glaube dass so wie Leute die einen können besser rechnen, die anderen können vielleicht drei Fremdsprachen.

01:12:02: Ich glaube schon, dass man eine persönliche Disposition haben muss in der Richtung.

01:12:05: Man muss resilient sein, man muss krisenfest sein.

01:12:08: Man braucht schon ein gewisses Selbstbewusstsein.

01:12:10: Das sind Dinge, die kann man nicht lernen oder die hat man nicht.

01:12:14: Da bin ich schon fest davon überzeugt, dass da schon ein paar Grundvoraussetzungen da sind.

01:12:21: Nichtsdestotrotz gibt es dann schon Phasen, wo auch das nicht reicht.

01:12:25: Sondern wo man auch darüber hinaus klarkommen muss.

01:12:31: Ich mache Sport und habe ein sehr großes soziales Umfeld was ganz wichtig ist mit auch sehr engen Freunden mit denen ich auch unternehmerische Themen verantwortungsthemen auch persönliche Themen sehr offen besprechen kann, mit denen ich das auf Augenhöhe und auch in großen Vertrauen ausdiskutieren kann.

01:12:57: Das hilft schon auch.

01:12:59: Ich bin da also überhaupt kein Einzelgänger.

01:13:04: Ich war jetzt gerade vier Tage mit meinen drei Kindern Fahrradfahren in den Schweizer Alpen.

01:13:11: Es hat auch viel gebracht.

01:13:12: Das bringt einen Flow wenn man dann zurückkommt.

01:13:15: Hat ein schönes Wochenende mit seinen Kindern verbracht relativiert auch die eine oder andere Sorge, die man im Unternehmen hat.

01:13:25: Wie sieht es aus mit Schlafen?

01:13:27: Das ist zum Beispiel ein Eigenschaft, die mich ganz besonders prädestiniert als Unternehmer.

01:13:33: Ich schlafe immer!

01:13:34: Ich kann immer schlafen, egal wie groß die Nöte waren, auch vor etwa von den Jahren, ich lege mich hin und bin sofort im Tiefschlaf und stehe morgens auf und bin auch sofort Geistig-Regel, ich bin eigentlich tendenziell eher ein Morgenmensch.

01:13:56: Und insofern glaube ich dass das eine ganz wichtige Eigenschaft ist.

01:14:01: wenn man mit Sorgen ins Bett geht und man beschäftigt sich die ganze Nacht mit diesen Sorgen ist nicht gut.

01:14:06: Gibt es mir mal einen Tacho?

01:14:07: Wenn Sie morgenmensch sind dann stehen sie in der Regel auf.

01:14:13: Es ist später geworden weil durch verschiedene ehrenamtliche Tätigkeiten relativ spät ins Bett gehe.

01:14:21: Was heißt spät?

01:14:23: Ich gehe unter der Woche, komme ich nach Hause zwischen acht und zehn und gehe ins Bett zwischen zehn und zwölf.

01:14:29: Und ich stehe in der Regel morgens um sechs zu treißig auf.

01:14:34: Gibt es dann irgendeine Morgenroutine die sie so als Anker haben?

01:14:37: Egal wie der Tag läuft an diese sich halten oder ist jeder morgen anders?

01:14:43: Ich trinke als allererstes eine Tasse Kaffee.

01:14:46: Die erste E-Mail, die ich bekomme – das ist noch ein Überbleibsel aus der Krise von zweitausend – ist ein Bericht.

01:14:53: Eine automatische Kundenabfrage.

01:14:55: Da sehe ich alle Konten wie viel Geld auf dem Konto drauf ist.

01:14:57: Das ist die erste Nachricht, die Ich morgens lese!

01:15:00: Und

01:15:01: dann sage ich immer denke ich dann also heute kann man nicht pleite gehen und dann ist der Tag für mich gerettet.

01:15:08: Wir hatten in unserem Gespräch ja auch viel über Klarheit gesprochen und mein Erlebnis ist, dass je klarer sie werden, desto mehr Menschen lehnen Sie ab.

01:15:18: Weil sie eben nicht... es kommt darauf an, Rumschwurbeln sondern sich für schwarz oder weiß entscheiden.

01:15:24: also lehnt mehr Menschen sie ab Und gleichzeitig gewinnen sie etwas nämlich sie gewinnen auch neue Fans die sie toll finden oder ihre Haltung toll finden weil sie sichtbar werden und sich klar bekennen.

01:15:37: Ja, man muss sich mal vielleicht überlegen ob man ein paar Potenziale heben kann sondern nein.

01:15:42: Wir müssen nach Spitzenleistung streben jeder einzelne von uns.

01:15:46: so.

01:15:46: damit gewinnen sie Feinde aber auch viele Freunde die genau diese Klarheit suchen.

01:15:52: und wenn Sie zum Abschluss unseres Gespräches mal überlegen was tut Ihnen persönlich gut?

01:16:00: also im Sinne von welche Menschen schaden sie um sich?

01:16:03: Was tut dem Erfolg Ihres Unternehmens gut?

01:16:05: Aber was ist auch gut für unser Land.

01:16:08: Was ist denn dann die Klarheit, die Sie unnissverständlich aussprechen als Denkanstoß für unsere Zuhörerheit?

01:16:20: In meiner Welt ist der Leistungswille etwas Besonderes zu tun.

01:16:26: Der ist für mich schon prägend.

01:16:30: Der Ehrgeiz besonders erfolgreich zu sein für andere, aber nicht nur für mich sondern auch für andere.

01:16:43: Also ich bin verschieden ehrenamtlich, bin auch lange, vierzehn Jahre Vorsitzender im Sportverein gewesen den Verein weiterzubringen die Leute zu integrieren.

01:16:53: ein Verein ist ja auch eine soziale Institution.

01:16:56: da ging es gar nicht um Geld sondern da ging's darum Leute zusammenzubringern als Vorbild zu dienen Ich glaube das ist ganz wichtig und die Welt besser zu machen.

01:17:09: Und ich bin fest davon überzeugt, dass wenn alle Leute sich wirklich Mühe geben und an die Grenze gehen von dem was sie können jeder auf seinem Niveau das dann die Welt bessert wird.

01:17:24: Das ist ein bisschen meine Sorge, dass den Leuten eingeredet wird, dass es nicht notwendig ist.

01:17:29: Jetzt haben Sie ja schon lange Jahre gearbeitet.

01:17:31: Sie sind auch überdurchschnittlich erfolgreich, also finanziell müssen sie gar nichts mehr.

01:17:36: Ihr ältester Sohn ist hier zumindest auf einer der Brücken aktiv.

01:17:40: Die anderen beiden Kinder haben auch Interesse bekundet.

01:17:44: Also Sie könnten ja eigentlich sagen komm ich tue mir das alles nicht mehr an Ich hau in den Sack und gehe irgendwo hin wo es mir besser gefällt.

01:17:50: Sie waren in der Schweiz da ist ja auch ganz nett oder es gibt viele andere Länder.

01:17:54: Warum bleiben Sie hier in Deutschland?

01:17:55: Was gibt Ihnen die Zuversicht dass trotz all der Widerigkeiten, über die wir heute auch gesprochen haben es wichtig ist hier zu bleiben und die begrenzte Lebenszeit, die wir haben.

01:18:05: Hierzu investieren und nicht woanders?

01:18:09: als Unternehmer brauchen sie immer eine ganz große intrinsische Motivation und die habe ich.

01:18:15: Ich bin mal gefragt worden, was ich Sonntags mache und dann habe ich gesagt, ich freue mich sonntags auf Montags.

01:18:20: Das heißt... Und so ist es wirklich!

01:18:22: Also ich scharre Sonntag mit den Hufen.

01:18:25: Bin eigentlich ein bisschen traurig dass der Aktionismus sozusagen nicht seinen Lauf nehmen kann und ich bin top motiviert.

01:18:35: Ich hab die Leute um mich rum, die ich mag, die mich mögen ob das privat ist, ob man in einer Firma ist oder ob das bei meinen Kunden ist Ob das mit Lieferanten oder Nachunternehmer ist, also das ist mir schon wichtig.

01:18:48: Ich brauche schon an Umfeld was mir gewogen ist aber das merke ich schon.

01:18:52: und was Sie eben gesagt haben dass man gewisse Leute abstößt, das empfinde ich zumindest in meiner persönlichen Kontakte zu Leuten nicht so sondern im Gegenteil aus allen politischen Koleurs auch von ganz links die sagen wir finden es toll wie sie sind und wie sie das sagen Und wir finden auch gut, dass sie sich so klar äußern.

01:19:15: Also habe ich ganz wenig gegen Wind, spüre ich eigentlich keinen.

01:19:22: Wie ist denn Ihre Wette?

01:19:23: Wir sind ja noch FußballwM.

01:19:25: Werden wir in Deutschland – wenn das die Mannschaft Deutschlands sozusagen jetzt als Gesellschaft – werden wir den Kurs wiederkriegen auf Erfolg?

01:19:31: Was ist da Ihr Zukunftsausblick?

01:19:33: Sind meine es im Fußball oder die deutsche Gesellschaft?

01:19:35: Nein, Deutsche Gesellschaft und unsere Wirtschaft.

01:19:41: Ich sehe Sie im Moment nicht!

01:19:43: Ich sehe das, was im Moment in Berlin diskutiert wird mit den Problemen, die wir in Deutschland haben überhaupt nichts zu tun hat.

01:19:48: Das ist eine Scheindiskussion, die völlig am Thema vorbeigeht.

01:19:54: Ich befürchte, dass es Deutschland erst schlechter gehen muss, dass wir die richtigen Entscheidungen treffen.

01:19:58: Wir haben das im Jahr zwei Tausend Fünf, meine ich Gerhard Schröder schon mal gehabt, dass Deutschland einem Rücken an der Wand stand und dann die richtige Entscheidung getroffen hat.

01:20:08: Und ich befürchte, wir werden diesen Weg wiedergehen.

01:20:13: Die Gefahr, die wir jetzt haben ist, dass es damals politisch keine große Alternative gab.

01:20:21: Das sieht jetzt anders aus und die große Gefahr besteht das jetzt andere Kräfte macht bekommen was wir alle nicht wollen.

01:20:31: Wenn

01:20:33: das der Ausblick ist dann ist er sehr skeptisch.

01:20:36: verhalten.

01:20:38: Was wäre denn ihre Botschaft an Ihre drei Kinder?

01:20:42: Die ermutigend ist, also eine ermutige Botschaft.

01:20:45: Warum es genau sinnvoll ist hier in Deutschland aktiv zu bleiben und nicht woanders hinzugehen?

01:20:51: Oder ich frage mir andersrum warum sollen ihre Kinder sich das hier antun und nicht die Möglichkeiten nutzen irgendwo im Ausland sich zu engagieren?

01:20:59: Die Region ist unsere Heimat!

01:21:01: Ich meine... ...die Heimat wirft man nicht einfach weg oder verlässt sie im Stich.

01:21:07: Ich denke dass ja ein tolles Unternehmen haben, wo trotz aller Wiedrigkeiten viele Chancen sind sich zu verwirklichen, die Leute mit auf die Reise zu nehmen.

01:21:15: Das ist auch das was ich meinen Kindern immer wieder erzähle und was ich ihnen vorlebe dass der Schäfer die Schafherde nicht verlässt sondern wir sind verantwortlich dafür.

01:21:29: Ich meine Familie, dass die Schaffherde auf die andere Seite des Flusses kommt wenn die Wiese auf der anderen Seite des flusses grüner ist und damit mein ich jetzt nicht die andere Grenze sondern die andere Flussseite.

01:21:42: Das ist die Aufgabe, die wir haben.

01:21:43: Wenn jetzt die Unternehmer alle aufgeben dann sieht es schlecht aus aber da sind wir noch weit weg davon und es gibt immer Möglichkeiten.

01:21:54: in der ersten Vorlesung an der Uni wurde uns der komparative Vorteil erläutert und wir müssen einfach zu den zwanzig Prozent besten in unserer Branche gehören und dann werden wir immer gebraucht werden.

01:22:10: Das ist auch der Anspruch.

01:22:11: Wenn ich zu den schlechtesten zwanzig Prozent gehöre, dann braucht uns auch niemand.

01:22:16: und dann haben wir als Unternehmer, als Familie auch versagt.

01:22:21: und dann kommt so wie es kommt.

01:22:23: Vielen Dank groß!

01:22:24: Da darf sich keiner beschweren.

01:22:26: Vielen dank für die Einblicke und Gedanken, wie Sie die Welt sehen und das was sie jetzt gesagt haben könnte ja nicht nur der Anspruch an Unternehmen sein sondern jeden einzelnen Bürger einfach zu den oberen, zwanzig Prozent zu gehören und danach zu streben.

01:22:38: Und sich nicht mit den letzten zwanziger Prozent zufriedenzugeben.

01:22:42: Vielen Dank!

01:22:43: Ja hat Spaß gemacht.

01:22:44: Danke schön.

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